Wenn es unten im Tal dunkel ist, ist es gut zu wissen, dass es oben auf dem Berg die Sonne gibt. In Elbenschwand hatten wir das Glück, dass wir meist über dem Nebel waren, so konnte ich die Zeit nutzen, um in der Wärme der Sonne die für das Heizen nötigen 30 cm Holzscheite aus den Holzsteren zu sägen und die Permakultur für den Winter vorzubereiten. Vor dem Haus auf der Südseite war es so warm, dass man im T-shirt sitzen konnte, hinter dem Haus schon kalt und dauernaß. Als es letzte Woche in Elbenschwand zwei Tage lang neblig war, stieg ich kurzer Hand eine gute Stunde hoch auf den Belchen.
Diese Analogie von Dunkelheit und Sonne wird, wie ihr wisst, im Buddhismus auf vielfältige Art und Weise verwendet. Die Dunkelheit steht oft für das Samsara und das Licht für das Dharma. Wenn wir aber denken, dass wir nur das Licht suchen müssen, also auf den Berg steigen müssen, um das Glück zu finden, dann ist dies leider zu einfach gedacht. Beinhaltet das doch immer noch die Dualität von hell und dunkel, gut und böse, etc..Wenn wir in der
Sonne auf dem Berg uns wärmen, müssen wir doch bald wieder ins Tal, in die Dunkelheit und Kälte. Wir konnten uns also dadurch nicht dauerhaft vom Leiden befreien. Wir müssen also das Licht inmitten der Dunkelheit finden oder die Wärme in der Kälte, aber das trifft es nicht wirklich. Eine Kerze in der Dunkelheit ist schön, ein warmes Feuer in der Kälte herrlich und tröstend – ohne Zweifel.
Dogen Zen-ji benutzt aber oft ein anderes Bild für den ganzheitlichen Zustand während Zazen – das Zwielicht, die Dämmerung oder wie auf dem Foto den Nebel an der Grenze, bevor er sich ganz auflöst.