Rohatsu 2024
gong, gong, gong
sitzen, gehen, sitzen, gehen,..Glockentöne Geräusche, Gedanken, Gefühle und Licht im Fluss Schwerkraft, die Wirbelsäule richtet sich auf
Stille, Frieden im Geist
Entspannung in den Muskeln
Stabilität in der Instabilität
Unbeständigkeit in der Ewigkeit
Der Körper bewegt in der Unbeweglichkeit
Fein, subtil alles was bewegt
Geschehen lassen, atmen lassen
Normalzustand in Geist und Körper
Endlich Nicht tun
Es tut
gong – Vorbei!
Das immer wiederkehrende Datum des Rohatsu macht sicherlich auf der Nordhalbkugel, zumindest in den mittleren und höheren Breiten Sinn.
Die Dunkelheit, die Vegetationspause lassen die Menschen hier in allen Kulturkreisen gerne zur Ruhe kommen. In alter Zeit fasteten die Menschen vor Weihnachten – ein spiritueller Akt der Rückbesinnung.
Wie jeder weiss, der Rohatsu gesessen hat oder ein sonstiges langes Stille Retreat gemacht hat, sind die ersten drei Tage die schwierigen. Danach haben sich Geist und Körper an die Stille, die Ruhe, die Haltung gewöhnt. Man ist endlich im Normalzustand angekommen. Die Schmerzen und die Gedanken nehmen ab.
Man erkennt, wie es in den alten buddhistischen Schriften steht, dass es der Geist ist, der leidet, nicht der Körper. Viele sagen mir, ich kann nicht so lange sitzen, weil sie dieses oder jenes körperliche Problem haben.
Doch könnte dies nicht einfach ein Dogma sein, dem Unangenehmen aus dem Weg zu gehen? Buddhas Lehre lehrt die Praxis des Darüber- Hinausgehens. Buddha lehrt, dass wir durch Sesshin erkennen können, wie unser Geist funktioniert und wie wir das Leiden von Körper und Geist überwinden können.
Ein wenig Mut, ein wenig Vertrauen und Glaube in die Lehre Buddhas, ein wenig Selbstdisziplin, ein wenig Selbstführung und Vertrauen, ein wenig Verantwortung für sich selbst, ein wenig Selbstliebe und Flupp ist man auf der anderen Seite.
Aber die ersten drei Tage sind unbestritten wirklich schwierig! Doch was sind drei Tage?
Der Körper richtet sich bei mir auf, die Wirbelsäule streckt sich, das Becken gelangt ins Gleichgewicht. Der Geist beruhigt sich, die Gedanken werden weniger. Die Atmung wird sanfter und tiefer. Die Übung überträgt sich auf die Nacht, die Atmung wird bewusster, der Schlaf leichter. Manchmal hat man gar das Gefühl, nicht zu schlafen. Unterschiede verwischen – Wünsche nehmen ab.
Natürlich ist es schwierig, sich eine Woche Zeit zu nehmen, natürlich hat man Ängste und Sorgen vor einer solchen Herausforderung! Aber es ist nicht die Realität des Rohatsu. Hinterher fragt man sich jedes Mal, warum man sich vor dem Rohatsu wieder durch seine Gedanken und Emotionen stören liess.
Nächstes Jahr sicher nicht wieder.
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