Buddha wanderte ständig durch Nordindien, Bodhidharma durch Teile Chinas.
Angya – das Wandern der Zenmönche, um interessante Lehrmeister zu hören, um Zen zu Verbreiten ist eine der wichtigsten Traditionen aller alten Patriarchen von Buddha bis zu Kodo Sawaki, auch er machte noch viele seiner Wege zu Fuss.
Wandern und Pilgern sind beides Formen des Gehens in der Natur, unterscheiden sich jedoch in ihrer Absicht, Zielsetzung und oft auch in der Art der Routen. Pilgern hat eine spirituelle oder religiöse Dimension. Es beinhaltet oft eine Reise zu einem heiligen Ort, zum Beispiel in vielen Kulturen oder Religionen, und wird nicht nur körperlich, sondern auch emotional und spirituell erlebt.
Das Pilgern ist ein uraltes Ritual, schon aus der Steinzeit (Neolithikum) sind grosse Pilgerungen zu weitentfernten Heiligtümern aus Nordamerika, Vorderasien oder auch Australien bekannt.
In Australien ist die Religion der Ureinwohner und das Wandern unzertrennbar miteinander verbunden. Jeder Heranwachsende lernt die Routen der sogenannten Traumpfade (Songlines), die durch ganz Australien führen, durch die damit verknüpften Lieder auswendig. Für viele Ureinwohner hat das Wandern zu bestimmten Orten, die spirituelle Kraft oder Bedeutung haben, Ähnlichkeiten mit Pilgern. Diese Reisen können die Durchführung von ritualisierten Zeremonien oder das Besuchen von heiligen Stätten umfassen.
Die Praktiken der Ureinwohner Australiens sind tief in ihren kulturellen und spirituellen Traditionen verwurzelt. Wandern und Pilgern sind für sie nicht nur physische Aktivitäten, sondern auch Wege, um ihre Geschichte, Spiritualität und den Respekt für das Land zu bewahren. Dies führt zu einer einzigartigen Sichtweise auf Bewegung, die sowohl körperlich als auch spirituell bereichernd ist.
In allen grossen Religionen ist das Pilgern zu Fuss verbreitet, der Jakobsweg im Christentum, der Hadsch im Islam, der Shikoku Pilgerweg, sind wohl die bekanntesten Pilgerungen.
Die Mönche im Buddhismus und im Christentum lernten die religiösen Schriften im Gehen auswendig.
Seit altersher geht man in allen Kulturen auf einen Spaziergang, wenn man zu zweit etwas wichtiges zu besprechen hat, im modernen Coaching heisst das walk and talk.
Buddha entwickelte das Dharma beim Wandern immer weiter, nicht am Schreibtisch, so wurde zum Beispiel die Form des Kesa beim Spaziergang mit Ananda entwickelt.
Der Anlass des Pilgern hat sicher etwas mit der Bedeutung dieses heiligen Orten zu tun, aber hauptsächlich geht es um das Wandern oder Pilgern an sich.
Denn wissenschaftlich gesehen ist das Laufen das, wofür der Mensch körperlich geschaffen wurde. Wenn wir das Hören mögen wir staunen, aber biomechanisch und sportmedizinisch gesehen, befindet sich der meist sitzende moderne Homo oeconomicus immer noch im Körper eines Jägers und Sammler, der 30-40 Kilometer pro Tag oder mehr zurücklegen kann. Die Evolution hat unseren Körper so kreiert.
Das lange Laufen in der Natur bewirkt ausserdem, dass wir unsere erstarrte Psyche aufweichen, beim Pilgern können wir, ein natürliches Loslassen erleben wie im Zazen. Durch diese neu erworbene psychische Flexilibität, den Einfluss der Natur, die Bodymind Praxis kann es zu erstaunlichen Entwicklung und Erkenntnissen kommen.
Wir in Sanko-an knüpfen daran an und Pflegen den Zenweg des Wandern und sehen eine ausgezeichnete Ergänzung zur fundamentalen Praxis des Zazen.