Klassischen Naikanwoche beginnt 01.08.-08.08.2026
Zum ersten Mal seit einigen Jahren darf ich wieder einen ernsthaft Prüfenden eine Woche im Naikan begleiten. Ich bin sehr berührt, dass es doch noch Menschen gibt, die sich ganz allein zurückziehen, um sich mit den ‘Drei Fragen’ zu prüfen. Zwar ahnen sie, dass die Antwort in Ihnen liegt, verborgen, wie ein Juwel. Aber so eine große Aufgabe – macht erst einmal Ehrfurcht.
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Das schöne deutsche Wort „Ehrfurcht“ ist zusammengesetzt aus den beiden Worten „Ehre“ und „Furcht“. Letzteres meint hier nicht die Angst vor etwas, sondern die Scheu vor dem Universum, dem nicht Begreifbarem, das Betroffensein von etwas, das größer ist als das “Ich” . Und die „Furcht“ meint hier das Achten darauf, dass ich dem, dem Ehre gebührt – nämlich meinem allumfassenden Selbst, die Ehre auch gebe.
Sich dann selbst zu beherrschen, damit dieses “kleine, nervige Ego” nicht schon wieder, das macht, was andere wollen, ausweicht oder zu bequem ist, ist der Anfang. Heutzutage, wo selbst die Psychotherapie bedürfnisorientiert abläuft, ist das eine Seltenheit. Wenn es zu leicht ist, wenn der Mensch im Wichtigen nicht ab und zu durch das große Tor des Unbekannten treten muss, komme “Ich” nicht weiter, dissoziiere an den Bildschirmen. Lenke mich ab und tagträume, mache das worauf ich Lust habe, nehme Rauschmittel, ergötze mich an den Zustimmungen in meiner Bubble, höre selbst beim Joggen in schönster Natur Musik oder Podcast, wie mir letzthin jemand erzählte. Ist das die Alternative – zu einem befreiten, selbst wirksamen Leben?
Ich habe Ehrfurcht vor dem Menschen und dem Naikan, der großen Stille bis Kannon erscheint und übernimmt.
Der sich selbst Prüfende und der Begleiter gehen gemeinsam durch das Drachentor, wo Kannon sie in Empfang nimmt.
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