Letzthin hatte ich wieder einmal den ganzen Vormittag und Mittag am Laptop gearbeitet, um meine Website, www.staerkestattmacht.ch, die ich für meine Selbstständigkeit erstelle, zu kreieren. Da alles neu ist, Website erstellen und meine Selbstständigkeit als Berater, Coach, Supervisor konzipieren, bin ich voll in der Kopfarbeit. Vieles ist verwirrend und aufregend.

Ich beschloss am Nachmittag eine kleine Wanderung zu machen, um den Kopf frei zu kriegen. Ich wählte die steile Variante zu Beginn nach ganz oben auf den Wolfsacker, in der Hoffnung, dass mich die Anstrengung, aus dem Samsara leiten würde. Ich wusste aus meiner langjährigen Erfahrung, das beständige Loslassen und die Konzentration auf meinen Körper, würde mich irgendwann aus meinem Sorgen-Karussell herausführen. Doch die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt wollte sich nicht sogleich einstellen, ich wählte deshalb eine neue Variante, einen Weg, den ich erst einmal gelaufen war. Doch auch diese Maßnahme brachte mich nicht aus den Gedankenwolken heraus. Ich lief und dachte und lief und dachte. …

Plötzlich schaute ich unvermittelt auf den Boden links von mir. Ein riesiger Spitzmorchel stand da. Spitzmorchel, eine der leckersten Speisepilze, sind hier in der Gegend äußerst selten. So dachte ich zumindest bisher, denn in den letzten 25 Jahren, seit ich im Schwarzwald Pilze suche, fand ich vielleicht eine Handvoll. Beglückt und erfreut beugte ich mich, um ihn zu bestaunen und zu pflücken. Und! Daneben stand noch einer und noch einer und…ich war auf eine Morchel Mine gestoßen, wie ich sie noch nie erlebt hatte. 1,5 kg waren es am Ende.

Wie passiert so etwas? Man sagt, die Pilze rufen einen. Wahrscheinlich ist dies die Intuition, die unbewusst abläuft, auch wenn unser Denken sich mal wieder voll und ganz mit sich selbst beschäftigt. Für mich ist klar, auch wenn

dies nicht beweisbar ist, dass die Praxis von Zazen zu einer verstärkten Intuition führt. Diese These wird von vielen Aussagen der alten Meister belegt.

Was auch immer, ich fühlte mich als “Glückspilz”, meine Gedanken waren nun im steinzeitlichen “Jagd und Sammlermodus”, was sehr angenehm war. Auf einen Schlag waren meine Sorgen verschwunden.
Seit meiner Kindheit fühle ich mich in diesem Modus gut und wohl, so entkam ich als Kind immer kurzfristig meinen Problemen. Vorbilder wie Lederstrumpf und ähnliche Idole taten ihre Wirkung. Ich erinnere mich, dass ich in Socken durch den Wald lief, um keine Geräusche zu machen und hoffte mit meinem selbstgebastelten Bogen, ein Tier zu erlegen, was mir aber Gott sei Dank nie gelang. So eins und wach wie als Kind im Wald, werde ich nie mehr, da gibt es kein zurück. Aber ich freue mich diebisch darauf, dass ich, wenn ich Sanko-ji mit dem grossen Grundstück verkauft habe, wieder Zeit habe, in der Natur herum zu streifen, um Pflanzen und Tiere zu “jagen” und meine Sinne zu schärfen und meine Wachheit und meine Intuition mehr zu leben.