Trotz Bestätigung als eigenständiger, unabhängiger Dharma-Lehrer, sehe ich mich nicht als klassischen Zen-Lehrer oder gar Meister, der andere Menschen belehrt und sagt, was dharmisch richtig und falsch ist. Im Sinne von, Meister Dogen hat gesagt, dass… und deswegen…. Weiterhin werde ich trotz meiner vielen akademischen Abschlüsse kein Zenakademiker sein, der die buddhistischen Texte studiert und auslegt.
Ich möchte einfach das große kosmische Geschenk Zazen und die damit verbundene große Freude teilen und weitergeben. Wie ich schon im letzten Brief geschrieben habe, ist es die große Freude, mit diesem Körper mit allen Wesen verbunden zu sein und mein Leben zum Wohle aller zu leben, was mich antreibt.
In meiner (unserer) Linie ist vielleicht eines, etwas anderes, als in anderen buddhistischen Richtungen. Jeder Praktizierende wird befähigt und ist aufgefordert, ausschließlich seinem Herzen zu folgen. Er bekommt durch Zazen und wenn nötig, unterstützt durch seinen Lehrer die Lizenz, sich von allem äußerlichen Druck und Zwängen zu befreien. Der Sinn des Lebens liegt unmittelbar unter unseren Füssen und in den kleinsten Dingen. Wir werden vom Kosmos befähigt, es zu tun. Durch Zazen wird alles, was wir tun, auch kosmisch erwünscht und wir erhalten die Absolution.
Kodo Sawaki lebte dies vor, Kosho Uchiyama lebte dies vor, Shohaku Okumura lebt dies vor und nun habe ich auch die offizielle Lizenz, es vorleben zu dürfen. Aber eigentlich braucht es sie nicht, denn jeder hat diese Lizenz unbewusst, natürlich und automatisch durch Zazen erhalten.
Deswegen ist es aber sehr leicht verständlich, dass wir so gerne Zazen machen und häufiges Zazen und intensive Sesshin vorleben. Obwohl Okumura Roshi dies nun nicht mehr so vorleben kann und mir auch im Vergleich zu früher die Kräfte schwinden, verkörpern wir diese Praxis. Junge
Menschen haben die körperliche Energie und den Anfängergeist in größerem Maße als wir “Alten”. Deswegen wäre es schön, wir könnten allen jungen Menschen auf der Welt Zazen zugänglich machen. Dann kämen wieder mehr junge Menschen zum Zen und erhielten ungefragt die Lizenz zu “Folge deinem Herzen”.
Das wäre der Schlüssel zur Umkehr der Welt vom äußeren Glück zum inneren Glück. Dies möchte ich vorleben und wenn erwünscht, andere dabei zu unterstützen, sich ebenfalls von allem Druck und Zwängen zu befreien und stattdessen ihrem Herzen zu folgen. Aber wie könnte man diesen Wandel initiieren?
Sollten wir die selben Mittel benutzen wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen, die Menschen für ihre Ideen und Produkte gewinnen wollen…, youtube, tiktok, Online Kurse, Wellness-Sesshins, Doktrinieren statt Zazen, Verkaufen statt Dhana,….???
Meine Erfahrung ist, wer seinem Herzen folgt, auch wenn die Umstände widrig sind. Wer sich in die wirkliche Welt hinein traut und bereit ist Wirklichkeit zu erleben, anstatt sich mit Drogen (dazu zähle ich auch legale Drogen (Alkohol, Arbeit) und die digitale Welt, ) in den vermeintlichen Glückszustand eines Drogenabhängigen zu versetzen. Wer den Anfängergeist bewahrt, auch wenn er schon alles weiss und erlebt hat. Wer weiss oder erfährt, dass alles zusammenhängt. Wer weiss, dass alles vergänglich ist und man nichts mitnehmen kann, der muss schlussendlich zum Zazen praktizieren kommen. Oder kommt durch Zazen
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