Unverzüglich, und kein bisschen müde vom Ango in Japan, begann am ersten Morgen nach seiner Rückkehr um 04.10 Uhr das erste Zazen 2024 in Sanko-ji. Die tägliche Praxis von Zazen, unsere Basis, sie ist so wichtig! Ach, könnten wir es doch immer spüren! Doch leider ist es, wie mit dem Blühen, Einfach tun, ohne zu spüren oder zu wissen, ob es sinnvoll ist.
Es ist wichtig, dass es weiter geht. Die Praxis unserer Linie ist so einzigartig, so wichtig.
Unsere Vorfahren, Kodo Sawaki, Uchiyma Roshi und nicht zuletzt Okumura Roshi, warfen alles, was nichts mit Shikantaza zu tun hatte, was durch die japanische Kultur und Geschichte geprägt war, was mit Geld verdienen und Positionierung zu tun hat, über Bord. Es blieb die Praxis ohne Spielzeug, nicht mal die Religion braucht es dazu!
Im Ango in Kotai-ji habe ich viel Spannendes und Wertvolles erfahren und praktiziert. Aber es war alles diametral entgegengesetzt, was die Praxis von Zazen lehrt. Kurz gesagt, ich werde da in nächster Zeit mehr zu schreiben, wird in Kotai-ji, wie in allen Sermon Sodos, ein starker, äußerer Rahmen gesetzt. Dieser äußere Rahmen, umgesetzt durch die Lehrer, dient dazu, dass sich der Adept in die richtige Richtung entwickelt und das tut er auch ohne Frage. Es gibt viele positive Effekte zu berichten.
Doch! In unserer Linie braucht es den äußeren Rahmen nicht, es braucht nur die richtige Zazen-Haltung, die wir selber erschaffen und die Stille, welche selbstredend dazugehört. Es braucht nur unseren Mut und Vertrauen, der aus
unserem guten Karma resultiert. Den Rest übernimmt der Kosmos, es passiert einfach.
Inmitten eines Sesshin im Sanshinji Stil: Wie sehr sehnt man sich dann im Verlauf des immerwährenden Zazens, dass einer uns hilft, dass der Lehrer etwas Erbauliches sagt, dass wir Kyosaku bekommen, der uns aus dem unangenehmen Zustand herausholt, wir über ein Koan brüten dürfen, eine Zeremonie angesetzt wird, die uns frei Atmen lässt? Wir würden gerne nach jedem Strohhalm greifen, bloß, um uns von dieser Unerbittlichkeit, diesem Schmerz, dieser Gnadenlosigkeit, dieser Leere und Impermanence, die sich auftut, abgelenkt zu werden. Unser Ego möchte das nicht. Das ist normal und richtig. Das Ego tut, was es tun muss. Es liebt uns! Wie könnte es, so etwas, was es nicht fassen kann, zu lassen? Und wir, wir sitzen einfach und mit Hilfe der Stille und Unbeweglichkeit gehen wir dadurch. So ein Zustand dauert nicht ewig. !n Kotai-ji habe ich ein halbes Jahr anders praktiziert und es fällt mir jetzt umso schwerer wieder zu dieser Praxis for nothing zurückzukehren.
Nur unsere Linie mit Okumura Roshi, als großes Vorbild, geht diesen Weg so kompromisslos und unabhängig von Quantität und finanziellen Interessen. Es ist schwer, so zu praktizieren, weil es gegen unsere profanen menschlichen Bedürfnisse geht. Es ist gegen alles, was wir so kennen, was andere tun! Um so mehr verdient es Respekt und Unterstützung. Bitte helft!
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