Grundprinzipien der Tiefenökologie (Ecosophy)

Auch von vielen buddhistischen Lehrern anerkannte Grundprinzipien für einen angemessenen Umgang mit allen Wesen. Ich kann dem viel Positives abgewinnen und sie ähneln dem Standards Sanko-ans, deshalb hier mal abgedruckt.

(A.Naess, et al 1984)

1. Alle Lebewesen haben einen Eigenwert.

2. Die Vielfalt und der Reichtum des Lebens haben einen Eigenwert.

3. Außer zur Befriedigung lebensnotwendiger Bedürfnisse haben Menschen nicht das Recht, diese Vielfalt und diesen Reichtum zu reduzieren.

4. Es wäre besser für die Menschen, wenn es weniger von ihnen gäbe, und viel besser für andere Lebewesen.

5. Das Ausmaß und die Art der menschlichen Eingriffe in die verschiedenen Ökosysteme sind heute nicht nachhaltig, und die mangelnde Nachhaltigkeit nimmt zu.

6. Entscheidende Verbesserungen erfordern erhebliche Veränderungen: soziale, wirtschaftliche, technologische und ideologische.

7. Ein ideologischer Wandel würde im Wesentlichen bedeuten, eine bessere Lebensqualität anzustreben, anstatt einen höheren Lebensstandard.

8. Diejenigen, die die oben genannten Punkte akzeptieren, sind dafür verantwortlich, direkt oder indirekt zu den notwendigen Veränderungen beizutragen.


Gedanken zur 1. Eigenschaft einer grossen Person – Wenig Wünsche haben (V)

Von Gyoriki Herskamp, März 26

Der Buddha erklärte ….3. Abschnitt:

Wer weniger Wünschen nachgeht, wird weniger Leid und weniger Probleme haben. Persönliche Begierden zu haben, muss gründlich studiert und geübt werden. Darüber hinaus bringt es unzählige Verdienste mit sich diesen Begierden nicht zu folgen. Ein Mensch mit wenigen Begierden wird niemals versuchen, anderen zu schmeicheln oder sich bei Ihnen einschmeicheln. Auch wird sich jemand mit wenigen Wünschen nicht von den Begierden der fünf Sinne mitreißen lassen.

(aus The roots of Goodness, Kosho Uchiyama)

„Geld kann man nicht ins Grab nehmen“ oder „Vor dem Herrgott sind wir alle nackt“

Je mehr Geld jemand verdient, umso größer ist das Bestreben, noch mehr haben zu wollen. Es gibt keine Grenzen – Mehr, Mehr, Mehr! …Dies kann dazu führen, dass Leute glauben, sie könnten sich alles kaufen, selbst das Glück oder das Leben.

Ist dem so?

Buddha und andere Weise rieten vielen reichen Menschen, ihr Geld zum Wohle anderen zu verschenken. Glück ist demnach, anderen Menschen Freude zu machen, indem man sie sinnvoll unterstützt.

Auch wenn deine Aktion des Verschenkens dem anderen wieder erwarten nicht hilft, wird es die Welt wieder offener und freundlicher machen.

Das Empfangen von Spenden gehört für jeden buddhistischen Mensch zur Praxis, auch wir hier in Sanko-an versuchen uns rein von Spenden zu finanzieren, denn es hält unsere Begierden gering und wir bleiben demütig und dankbar.

Andererseits birgt das Empfangen von Geld durch Unterstützer gewisse Gefahren, die ich schon mannigfaltig erläutert habe.

Die grösste Gefahr, die ich den allermeisten buddhistischen Tempeln sehe, ist, dass sich die Mönche, in ihrer Hoffnung große Geldspenden zu bekommen oder Einnahmen zu generieren, anders Verhalten, anders Leben, anders Lehren, etc., als der Buddha es lehrte und als sie es gegenüber Personen tun würden, die keine Spender oder potentielle Geldgeber sind.

Und dann weiter: Wenn dann Spender meinen, Forderungen stellen zu können, weniger Samu machen, sich schlecht benehmen und den Chef spielen, weil sie meinen, sie hätten eine gute Tat getan oder wären etwas besseres, gibt es schnell Probleme. In diesem Fall müssen wir aufpassen, das Geld sofort zurückweisen oder vor die Füße werfen und die Person sofort strikt aus der Ermitage weisen.

Denn wie Buddha lehrte: “Ein Mensch mit wenigen Begierden wird niemals versuchen, anderen zu schmeicheln oder sich bei Ihnen einschmeicheln.”

 

Hier in Sanko-an praktizieren wir deswegen ein Zwischenmodell. Ein Modell, das auch mein Lehrer Shohaku Okumura für die USA und Europa vorschlägt. Die Mönche solle sich nach Möglichkeit selbst finanzieren, in dem sie einer Lohnarbeit für ihren Lebensunterhalt nachgehen, ich selber habe mich für den Lehrerberuf bzw. schulischen Heilpädagogen entschieden, denn im Schulbereich gibt es viele Teilzeitmöglichkeiten, außerdem recht viel unterrichtsfreie Zeit und der Lohn ist auch ok. Ausserdem ist ja ein jeder, der die buddhistische Lehre praktiziert, durch Buddha persönlich angehalten, dem rechten Lebensunterhalt nachzugehen. Da sind an erster Stelle natürlich die sozialen Berufe und Non-Profit Unternehmen zu nennen. Einem helfenden,ethisch vertretbaren Lebensunterhalt nachgehen, der Sinn macht, ist Voraussetzung in unserer Zenrichtung. Okumura Roshi fragt bei jedem Adepten nach, ob seine Berufswahl den ethischen Grundlinien entspricht. Nachteil des Lehrerberufes ist die hohe Intensität und Stressbelastung der Arbeit, die einen jeden regelmäßig an seine Grenzen bringt.

Deswegen denke ich oft darüber nach, meine letzten Lohn Arbeitsjahre im Lohn Niedrig Sektor zu absolvieren, wo man seine Arbeit macht, nicht viel Denken muss, die Intensität nicht unbedingt hoch ist und wo man seine Arbeit, in der Garderobe, wie man im übertragenen Sinne sagt, ablegen kann. Nicht noch Stress, Probleme und Konflikte mit nach Hause nehmen muss. Mein erster Lehrer M. Bovay propagierte das sehr, er arbeitet u.a. in einem Buchversand, auch Okumura arbeitete beispielsweise als Erntehelfer oder Fischverarbeitung. Mal schauen….

 

“Außerdem wird sich jemand mit wenigen Wünschen nicht von den Begierden der fünf Sinne mitreißen lassen.”

Wir denken vielleicht, dass wenn wir wenig oder gar keine Wünsche haben, alles einfacher wird. Aber das funktioniert nicht so.

Kosho Uchiyama verwendet gerne einen anderen Ausdruck für “wenig Wünsche haben”, nämlich “die Unzufriedenheit als das lassen was sie ist” (Sekrete unseres Geistes)

Diese Gedanken und Gefühle der Unzufriedenheit oder Nichterfüllung, sind für ihn nichts anderes als über Bonno (Gier, Wut und Ignoranz) oder aber auch über die “Lebensenergie”zu reden. Deswegen sind diese negativen Zustände nicht etwas, was man loswerden oder zerstören sollte.

Sondern wie als Babysitter, wenn wir ein schreiendes Baby trösten, sollten wir sanft sagen: “Pssh, shh, shh … alles gut, alles ist gut, ich bin ja da, hab Vertrauen, alles ist gut, du bist hier sicher, versorgt, pshh, shh, shh, schlaf gut.”

Der Geist des Dainin handelt so zu sich selber, aber auch zu allen anderen in Not: “ Ja, Gyoriki, Mister President, ssh, shh alles wird gut, sie machen es gut, haben sie Vertrauen, fühlen sie sich sicher, ssh Mr Trump, alles gerade ganz schwierig, jaja, schlafen ist gut, shh, shh…, nein Krieg ist nicht gut, nicht wütend sein, alles ist gut, schlafen und ab morgen machen wir Kinhin, shh, shh, ssh, gelle, shh, ssh, ganz ruhig…!

Kinhin gehen – Schritt für Schritt dem Ziel entgegen. Wenn du, Mr President, dem Erfolg nachjagst, verlierst du das Ziel schnell aus den Augen.

In unserer aktivistischen, auf schnellen und maximalen Gewinn ausgerichteten Gesellschaft stehen schnelle, einfache Lösungen im Namen der Effizienz hoch im Kurs. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch oft zeigt sich, dass das, was eigentlich schnellen Fortschritt gewährleisten sollte, die Dinge kompliziert macht und nicht zielführend war.

Wenn du feststellst, dass du die schnelle Lösung suchst, weil du dem Erfolg nachjagst, erinnere dich an Kinhin. Der, der langsam Schritt für Schritt den Berg erklimmt, gelangt am Ende des Tages als erstes auf den Gipfel.

Der Satz: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, bringt diese Philosophie zum Ausdruck.

Im Zen redet man von dem Weg des Buddha oder Zen gehen und dieser Weg verwirklicht sich zwar Augenblick für Augenblick ist aber zur gleichen Zeit ewig, weil er die Verifikation durch die Praxis von Hier und Jetzt benötigt.. Einer der Leitsätze K. Uchiyamas zum Leben eines Zenpraktizierenden lautet: Sitz erst einmal 10 Jahre, dann nochmals 10 Jahre und danach einfach nochmals 10 Jahre.

Für mich ist das Bild des Kinhin Leitbild: Schritt, Ausatmen,Gleichgewicht finden, Körper strecken, Einatmen, Schritt,…..

Beppo Strassenkehrer aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende sagt: “Weisst du Momo, wenn ich die ganze Zeit auf die lange, endlose, noch zu kehrende Straße schaue, bin ich ganz niedergedrückt. Doch wenn ich mich nur auf den Schritt, den nächsten Atemzug, den nächsten Besenstrich konzentriere, dann bin ich plötzlich fertig und freue mich sehr!

Träume und große Ziele haben, ist sehr wichtig. Und wenn du große Träume und Ziele anstrebst, solltest du ihnen Raum geben, statt sie zu begrenzen. Das gibt dem Leben Sinn und macht es groß.

Doch mache nicht den Fehler, Großes schnell erreichen zu wollen. „Gut Ding will Weile haben“, heißt es. Gib deinem Projekt also Raum und Zeit. Teile dir die Strecke in Etappen ein, wie auf einer Pilgerfahrt, Tag für Tag, und plötzlich ist man in Santiago de Compostella angekommen.

Mache das Projekt zu deinem Weg, erwarte nicht, dass andere das gleiche Ziel anstreben.

Oder beim Aufbau eines Zenpraxiszentrum in den abgelegenen Walliser Alpen braucht es beim Aufbau-Kinhin eine gute Bodenhaftung und viel Geduld, um den nächsten besten Schritt mit Selbstvertrauen und Leichtigkeit zu bewältigen.

 


Dogen Zenjis Gelübde

Dogen Zenjis Gelübde

Eihei Hotsuganmon

Ich gelobe mit allen Wesen, von diesem Leben an und durch unzählige Leben hindurch, das Wahre Dharma zu hören; und wenn wir es hören, soll in uns kein Zweifel aufkommen, noch soll es uns an Glauben mangeln; und wenn wir ihm begegnen, sollen wir weltlichen Angelegenheiten entsagen und das Buddha-Dharma bewahren; und indem wir dies tun, sollen die große Erde und alle Lebewesen gemeinsam den Buddha-Weg erreichen.

Obwohl sich unser vergangenes böses Karma angesammelt hat und tatsächlich die Ursache und Bedingung für Hindernisse bei der Ausübung des Weges ist, mögen alle Buddhas und Vorfahren, die den Buddha-Weg erreicht haben, mit uns mitfühlend sein und uns von karmischen Auswirkungen befreien, sodass wir den Weg ohne Hindernisse praktizieren können.

Mögen sie ihr Mitgefühl mit uns teilen, das das grenzenlose Universum mit der Tugend ihrer Erleuchtung und Lehren erfüllt. Buddhas und Vorfahren von einst waren wie wir; wir werden in Zukunft Buddhas und Vorfahren sein. Wenn wir Buddhas und Vorfahren verehren, sind wir ein Buddha und ein Vorfahre; wenn wir den Bodhi-Geist erwecken, sind wir ein Bodhi-Geist. Wenn wir ihr Mitgefühl frei und unbegrenzt auf uns ausdehnen, können wir Buddhaschaft erlangen und die Errungenschaft loslassen. Deshalb sagte der Chan-Meister Lung-ya:

Diejenigen, die in früheren Leben nicht erleuchtet waren, werden jetzt erleuchtet.

Rette in diesem Leben den Körper, der die Frucht vieler Leben ist. Bevor Buddhas erleuchtet wurden, waren sie genauso wie wir. Erleuchtete Menschen von heute sind genau wie die von früher.

Erforsche in aller Stille die entferntesten Bereiche dieser Ursachen und Bedingungen, denn dies ist die genaue Übermittlung eines verifizierten Buddha. Wenn man auf diese Weise Buße tut, erhält man immer tiefe Hilfe von allen Buddhas und Vorfahren. Wenn man seinen Mangel an Glauben und Praxis vor dem Buddha offenbart und offenlegt, schmilzt die Kraft dieser Offenbarung die Wurzel der Übertretungen weg. Dies ist die reine und einfache Farbe der wahren Praxis, des wahren Glaubensgeistes, des wahren Glaubenskörpers.


Eine Weide ist grün, eine Rose ist rot

von Kosho Uchiyama von mir ins Deutsche übesetzt

Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet, wie eine von ihnen”MT 6, 28-29

Uchiyama schreibt: Hier erscheint einfach die Pracht des Lebens. Auf dieselbe Weise blüht das Veilchen als Veilchen, und die Rose drückt ihr Leben als Rose aus. Die Blumen, die auf dem Feld blühen, sind nicht der Meinung, dass sie in einem Schönheitswettbewerb den ersten Preis gewinnen sollten; sie fühlen sich auch nicht in Konkurrenz mit den anderen Blumen. Das Veilchen entwickelt keinen Minderwertigkeitskomplex und denkt:«Die Rosen sind groß und prächtig, aber ein kleines Veilchen wie ich ist nutzlos.”

Es sagt nicht gierig und ungeduldig: «Ich muss effektiver werden.”Es manifestiert einfach seine Lebenskraft mit all seinem Vermögen.

Wenn natürlich eine Veilchen Pflanze kein kleines Veilchen hervorbringen kann, dann kann sie keine Samen bilden und sich fortpflanzen. Aber wenn sie blüht, dann tut sie das nicht zu persönlichen Zwecken. Ihr Leben besteht darin, Blüten hervorzubringen. Eine Passage im Lotos Sutra lautet: “Alle Dinge sind in sich selbst wahr.»

Im Zen gibt es einen Ausdruck: ” Eine Weide ist grün, eine Blume ist rot.”

Kurz gesagt steht der Buddhismus als religiöse Lehre dafür, die Welt des Lebens zu manifestieren, in der ein Veilchen als Veilchen blüht und eine Rose als Rose.

Im Amitayus Sutra wird das Paradies folgendermaßen beschrieben:”Blaue Dinge sind blau, rote Dinge sind rot.” Dieser Punkt verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit. Ohne intensiv darüber nachzudenken,stellen wir uns möglicherweise vor, wie wundervoll es wäre, wenn blaue Dinge rot werden könnten oder arme Leute glücklich wären, wenn sie nur reich wären.

Natürlich möchte ich damit nicht sagen, dass es für arme Leute schlecht wäre, reich zu werden. Aber das Glück kommt nicht unbedingt mit Reichtum oder Unglück mit Armut. Wenn sich bei dir im Kopf festsetzt, dass die mit materiellen Gütern Ausgestatteten glücklich und arme Menschen unglücklich seien, dann wirst du garantiert unglücklich sein, wenn du arm bist. Sich an solch eine Perspektive zu halten, ist falsch. Für Menschen, die so denken, wird die Zeit kommen, in der das Geld nutzlos ist, ganz gleich, wieviel sie davon haben. Bei ihrem Tod fallen diese Menschen ins tiefste Elend. Wir können auf gar keinen Fall eine Linie ziehen und sagen, die Menschen oberhalb dieser Linie seien reich und darunter jeder Arm. Reich und Arm sind lediglich relative Vergleiche, und wenn wir den Vergleich sein lassen, können wir uns immer in unserem universellen Selbst einrichten.

Auch wenn mich manche Menschen arm nennen und andere reich, vergleichen sie mich bloß mit jemandem anders und versuchen, mir ein Etikett anzuhängen. Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun, die ich bin. Die Bedeutung des Satzes, dass blaue Dinge blau sind und rote Dinge rot, bedeutet, dass ich zu der Wirklichkeit meines Lebens, als ich selbst zurückkehre und einfach nur dieses Leben manifestiere. Das ist das Paradies.

Mit anderen Worten; Wenn ich mich nicht von meinen persönlichen Gefühlen und Ideen herumschleudern lasse und zum Leben meines wahren Selbst zurückkehre – ohne Neid oder Arroganz, ohne Selbstverachtung oder Konkurrenz gegenüber den anderen, aber auch nicht in die Fallen von Trägheit, Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit tappe und einfach nur das Leben meines Selbst mit all meiner Kraft manifestiere – dann erwachsen daraus die Herrlichkeit des Lebens und der Schein von Buddhas Licht. Das religiöse Licht erstrahlt, wenn wir unser ureigenes Leben manifestieren.

Im Buddhismus ist die Welt, die sich durch das Niederlassen des Selbst im wahren Selbst entfaltet, keine Welt, in der die Starken die Schwachen verschlingen oder wo die Menschen ums bloße Überleben kämpfen. Es ist auch nicht eine Welt des Eskapismus oder der Absonderung, in der man vergessen hat, die Blume seines Lebens hervorzubringen. Diese Welt öffnet einzig den gegenwärtigen Augenblick. Der buddhistische Samādhi, also Zazen, ist die Grundlage für die Manifestation dieses Lebens.

Im Buddhismus werden oft Bilder von Pflanzenmanifestationen benutzt, hier ein Beispiel von Dogen, der etwas sehr Grundlegendes für das Zen in einem Gedicht ausdrückt.


Gedanken zur 1. Eigenschaft einer grossen Person – Wenig Wünsche haben (III)

Überlegungen zum zweiten Satz des Shoyoku

Dieser Satz wurde von Eihei Dogen dem ursprünglichen Text von Shakyamuni Buddha hinzugefügt.

“Nicht stark den Objekten seiner Wünsche (entstanden durch die fünf Sinne), die noch nicht erfüllt sind, nachjagen, ist, was man ‘Wenig Wünsche haben’ nennt.”

Wenn man das Wort „wild“ hört, denke ich, wie viele von Ihnen auch, zunächst unwillkürlich an Wildnis, wilde Tiere und Pflanzen und ihr Verhalten. An ein menschliches Verhalten also, das dem von wilden Tieren nahe kommt.

Schaut man beispielsweise einem männlichen und weiblichen Hund zu, die „rallig“ sind, dann trifft dieses Verhalten vielleicht auch auf Menschen zu. Beispielsweise wenn im Karneval oder auf dem Oktoberfest sich Männlein und Weiblein, aufgeputscht durch übermässigen Alkoholkonsum und Masseneuphorie, geil auf sich stürzen und es zu einem eher „tierischem Verhalten“ kommt.

Ich verstehe „Wild“ in diesem Zusammenhang also im Sinne von enthemmt, tierisch, maßlos, zügellos, eine der zwei Hauptbedeutungen von “wild”.

(Im Duden kann man die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „wild“ nachlesen:

  •  nicht domestiziert,nicht kultiviert – wild wachsende Pflanzen             
  • a) niedrige Kulturstufe – wilde Stämme…b) unzivilisiert, nicht gesittet – wilde Gesellen, Sitten
  • a) urwüchsig, naturbelassen, im natürlichen Zustand belassen b) wuchernd – unkontrolliert wachsend c) nicht urbar gemacht -wildes Land
  • unkontrolliert, unreglementiert , oft gesetzeswidrig, offiziell nicht gestattet
  • a) heftig, stürmisch, unkontrolliert, ungezügelt, enthemmt – Flucht, Panik, entschlossen b) wütend, rasend, enthemmt, c) lebhaft, temperamentvoll – z.B. Kinder
  •  Das erträgliche Maß überschreitend, maßlos, wüst.)

Die zweite Hauptbedeutung von „wild“ geht in die Richtung von naturbelassen, nicht urbar gemacht, normal, natürlich, chaotisch.

So zeigen Tiere ein typisches Verhalten, wie folgendes Beispiel dokumentiert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Zebra spürt, der Löwe ist hungrig und stoppt das Äsen. Wenn ein Löwe auftaucht, heißt das nicht, dass ein Zebra sofort in Alarmbereitschaft ist, sondern erst, wenn er spürt, dass der Löwe auf der Jagd ist, gerät er in Alarmbereitschaft. Wenn dann der Löwe seinen Angriff auf die Herde oder auf ein einzelnes Tier startet, dann flüchtet auch das Zebra in wilder Hatz durch die Savanne. Hat der Löwe sein Ziel erreicht und einen Zebra geschlagen, dann spürt das Zebra sofort, dass die Jagd vorbei ist und beginnt, mit seinen Artgenossen in Ruhe weiter zu äsen. Auch der Löwe stoppt seine Jagd, weil er genug hat. Er tötet nicht wahllos weiter. Ähnlich handeln indigene Völker. Die gemeinschaftliche Jagd ist vorbei, die Sippe ist versorgt. Ein vollkommenes, ursprüngliches, wildes und natürliches Verhalten.

Menschen, der heutigen Zeit, handeln meist anders. Obwohl der Homo sapiens über die Macht des Intellekt verfügt, scheint dies dazu zu führen, dass er immer mehr, noch mehr will, und viel mehr will, als er braucht. Er entwickelte trotz hoher Intelligenz einen Anhäufungswahn. Unsere ganze Gesellschaft ist darauf hinaus, immer mehr zu konsumieren, immer noch schönere Ferien zu machen und tollere Autos zu kaufen oder sich noch mehr zu optimieren (schöner, fitter, schlauer), etc. – Ich habe schon oft darüber gesprochen.

Die aktuellen politischen Geschehnisse zeigen einmal mehr, dass die „starken“ Länder versuchen, die vermeintlich schwachen Staaten einzuschüchtern und sich einzuverleiben.

Erstens wahrscheinlich, weil sie es dank ihren militärischen Möglichkeiten können und zweitens ,weil sie denken, wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer starker Konkurrent. Sie teilen sich die Welt der Schwachen in Einflussgebiete auf, zögern nicht, diese Gebiete zu verteidigen und zu packen, denn der Starke schaut, dass die Anderen nicht zu groß werden.

Wir erleben offensichtlich wieder eine Zeit des Kolonialismus. Die großen, eigentlich unangreifbaren Staaten glauben, sie müssten sich verteidigen, und greifen die kleinen  Staaten, Völkerrechte hin oder her, präventiv an, um sich Land, Ressourcen, Bodenschätze, Einflussnahme zu sichern.

Auch man selbst denkt und handelt so, in Spielen lernt man dieses strategische Verhalten schon als Kind und wendet es, wenn man als Erwachsener mit großen Ambitionen unterwegs ist, in seiner Geschäftswelt, Umgebung, ja sogar Familie an.

Doch wie Uchiyama in seinen Texten ausführt, sind dies nicht Wünsche, im eigentlichen Sinne, sondern es handelt sich um eine Form der Gier. Aus Angst in Zukunft leiden zu müssen, geboren, versuchen die Staaten, getrieben von der Habgier vorsorglich so viel zu bekommen wie möglich.

Diese Art des Denkens erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance und beschert uns gerade eine Menge politischer Probleme und großes Leiden in der Welt.

Es sind nichts weiter als Bilder, die in den Köpfen der Menschen entstehen, in der Annahme, dass sie leiden werden, wenn sie nicht jetzt zuschlagen und sich nehmen, was sie können.“ K. Uchiyama

Auch uns Einzelnen treibt die Angst an, so viel wie möglich rechtzeitig zu bekommen und für eine unsere sichere fiktive Zukunft zu raffen, wie ich weiter unten in meinem Essay “Der Weg des Brennholzes – von der Praxis zum Wahn” versuche darzulegen.

Dieses Verhalten ist also menschlich und anerzogen. Jeder kennt es und wendet es an, da es absolut unbewusst passiert. Deshalb empfiehlt der Buddha ja auch, keine Wünsche zu haben, sondern weniger Wünsche zu haben. Denn nach seiner Erfahrung bewirkt die Askese das Gegenteil. Wie auch die moderne Hirnforschung zeigt, verfügen wir über keine Löschtaste und es ist deshalb unmöglich, solche Grundzüge eines jeden Menschen auszulöschen. Ja, im Gegenteil, jeder Versuch, etwas zu löschen ,verstärkt das Muster. Was wir aber gut können, sind die Auswirkungen unseres Handelns begrenzen, indem wir einerseits unser positives Verhalten, wie Großzügigkeit, Geben, Helfen, stärken (s.u); die Selbstkontrolle, wie es beispielsweise Eltern von Natur ausmachen, um ihre Kinder aufzuziehen, anwenden und Impulskontrolle üben, indem wir Innehalten, Zazen üben, Atmen u.v.m. Ein wahnsinnig spannendes Feld, was ich aus Sicht des Zen in diesen Texten versuchen möchte zu erörtern.

Auch einige pflanzenfressende Tiere zeigen auf den ersten Blick ein ähnliches Verhalten. So sammelt hier im Wallis der Tannenhäher so viel Arvensamen wie möglich und versteckt sie an allen möglichen Ort für den Winter. Er wird aber dabei von seinen Mittieren beobachtet und diese plündern die Lager des Tannenhähers. Trotzdem bleiben viele der Vorratslager unentdeckt, und aus den keimenden Samen entstehen neue Arvenbäumchen an den interessantesten Orten.

Das besondere an dieser Symbiose ist, dass nur der Tannenhäher in der Lage ist, die Arvenzapfen überhaupt zu knacken, um an die Samen heran zu kommen. Kein anderes Tier ist dazu in der Lage. Auf der einen Seite hat er so zur Zapfenzeit einen Überfluss an Nahrung und quasi ein Monopol. Auf der anderen Seite könnte die Arve sich ohne den Tannenhäher und sein Vorrat Verhalten sich nicht vermehren und ausbreiten. Und ganz zufällig profitieren ganz viele andere Tiere von dieser Notgemeinschaft.

Dass wir im Deutschen das Wort „wild“ im Sinne von „zügellos, maßlos” benutzen, ist sehr bezeichnend für unsere europäische Kultur.

Entstanden aus der Unwissenheit, das zweite Hauptgift nach der Gier in der Lehre Buddhas, von Menschen, die die wilden Gesetze der Natur nicht kennen.

Die Kombination von Unwissenheit und Gier führt dazu, dass wir die Natur als maßlos und zügellos erleben, dabei ist sie zur Wachstumszeit nur unglaublich großzügig für alle Mitpflanzen und -Tiere.

Angetrieben von der Angst, zu kurz zu kommen oder uns gar jemand etwas wegnimmt, schaffen wir in unserer Umgebung Ordnung, und töten alles um uns herum – Ungeziefer und Unkraut natürlich zuerst!

Mit „Macht euch die Erde Untertan!“ , einer göttlichen Aufforderung aus dem Alten Testament, die die Grundlage des Christentums und damit unserer Kultur des christlichen Abendlandes bildet, als Slogan, ist „Jeder“ auserwählt und hat das Recht sich zu bedienen und alles „ Gefährliche und Wilde“ in seine Schranken zu weisen.

Die Grundlage des heute dominierenden, selbstzerstörerischen Kapitalismus ist nach dem großen Max Weber somit das Christentum, insbesondere der Protestantismus, aus dem der Kapitalismus entstand. Über dieses interessante Phänomen werde ich aus Zeit Gründen aber erst später schreiben.

Dieser habgierige Geist führt zu den abstrusesten Tendenzen in unserer Gesellschaft, hier ein paar Beispiele:

Kinder: Sie sind laut, teuer, sie stören, das muss man einschränken und kontrollieren. Streiften und spielten wir in meiner Kindheit ungebunden und freudvoll bis zur Schlafenszeit durch die Nachbarschaft, so wird heute alles Tun des Kindes reglementiert. Spielzeiten auf den öden Spielplätzen, die Lautstärke muss sowieso angepasst werden, denn wir wollen keine wilden Kinder. Arbeitskollegen berichten von verwahrlosten Kindern, die im Winter nach Einbruch der Dunkelheit im Schnee spielend angetroffen wurden. Da muss man herschauen, aufpassen, etwas tun…, oder?

Naturschutz: So lustig! Neophyten und Neozoen müssen ausgemerzt werden, da sie die Natur gefährden. Naja, erstmal haben wir in Deutschland fast keine Wildnis mehr, sondern unsere Gier hat in den letzten Jahrhunderten dafür gesorgt, dass alles Wilde aus expansiven, wirtschaftlichen Gründen reguliert wurde. Die Wildnis reguliert sich selbst und eigentlich sind 99% der Pflanzen Einwanderer, die nach dem Ende der Eiszeit vor ca. 10000 in die neue Welt ausmachten, besiedelt und ein dynamisches, sich selbst regulierendes Ökosystem schufen. Die Wildnis ist aber gar nicht erwünscht, sollte ein Baum im Sturm einen Ast verlieren und ggf. einen Menschen verletzen, ist dies das Todesurteil für ihn. Er wird schlimmer behandelt wie ein Attentäter. Prophylaktisch wurden im Schwarzwald die Bäume rechts und links von allen Strassen in Streifen bis zu 50m entfernt, da sie ja umfallen könnten und Menschen behindern, verletzen, töten. Wahrscheinlich werden wir zukünftig Natur nur von Weitem zuschauen dürfen, weil sie so gefährlich für uns ist: Schmutz, Bakterien, Viren, wilde Tiere, Äste werfende Bäume,…

Alte Menschen: Ich kenne alte Menschen, die überwiegend protestantischen Glaubens sind, die darüber nachdenken, ob es nicht besser ist, sich aus dieser Welt zu verabschieden, da sie viele Ressourcen kosten, wenn sie lange leben und unrentabel sind. Sie sind unnütz geworden, und die Gesellschaft denkt laut darüber nach, wie man damit umgehen soll. Das nennt man übrigens „Euthanasie“ jemand entscheidet über unnützes Leben und beseitigt es.

Nicht Gott oder das Universum entscheidet darüber, sondern effektive Menschen und ihre Kosten/ Nutzen- Rechnung, entscheiden, was leben darf.

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass man immer weniger behinderte Menschen in der Öffentlichkeit sieht. Schwangeren Frauen wird empfohlen Gentests zu machen und ggf. abzutreiben, wenn sich eine Trisomie 21 oder ähnliche Gendefekts verifizieren. Denn behinderte Kinder können per se nur Unglück und Leid bringen, außerdem führen sie zu hohen Kosten-/ Zeitaufwand.Viele Paare entscheiden sich heute für eine künstliche Befruchtung und können so Geschlecht, Aussehen, etc mitbestimmen. 

Obdachlose werden verprügelt, angezündet, ….oft von Jugendlichen, so lese ich es zumindest in den Zeitungen.

Was für einen Geist lehren und verbreiten wir da? Alte Menschen mit ihrer ungeheuren Lebenserfahrung! Wir brauchen sie! Behinderte oder andersartige Menschen, wir brauchen sie! Ich habe schon öfters Kinder mit Trisomie 21 unterrichtet, wie fröhlich sie sind, wie mitfühlend sie sein können! Fragen sie mal Eltern von solchen Kindern, bieten sie Ihnen an, Ihnen zu helfen und diese Kinder zu entsorgen! Sie werden erleben, wie viel diese Kinder ihren Eltern geben und wie sehr diese Eltern ihre Kinder lieben. Jeder von uns kann obdachlos werden oder in Not geraten!

Das ungeschriebene Gesetz des Lebens ist: You never now! Jeder ist einzigartig und unentbehrlich in dieser Welt der wechselseitigen Abhängigkeit und des Miteinanders! Alles und Jenes ist Teil unserer großen, wunderbaren Welt.

Zazen lässt uns dieses „Selbst“ leben!

Gut hat der Mensch viele Seiten und viele Stimmen in sich und lebt diese und das sehen wir im Alltag. Viele Menschen schenken dem alkoholkranken Obdachlosen ein Lächeln und ein wenig Geld, stehen in der Bahn auf, wenn eine ältere Person herein kommt und bieten einen Sitzplatz an. Ist mir selbst schon passiert! Schön! Aber ich bin doch gar nicht alt!:-)! Da gibt es Menschen, die heimlich Tauben füttern, obwohl verboten. Auch hier in Sanko-an füttere ich die Vögel und habe daran große Freude. So viele Ehrenamtliche und Freiwillige gibt es in unserer Gesellschaft, die sich in ihrer spärlichen Freizeit für Kinder, Alte, Kranke, Arme, Behinderte und Naturschutz engagieren. Wie wunderbar! So viele Menschen, die unnützes Zazen praktizieren und so die Welt verändern!

Der Geist des Dainin ist nicht der Geist, der so viel rafft, wie er bekommen kann und zerstört, was ihm in die Quere kommt. Wir können so nicht handeln. Er macht uns unglücklich. Es ist der Geist, der versucht zu geben und wenn es auch nur ein kleines Bisschen ist. Es ist der natürliche, wilde Geist, der noch in traditionellen Gesellschaften vorherrscht, der Geist der Großzügigkeit und Gastfreundschaft. Der Geist der Zurückhaltung und Reduzierung seiner Wünsche. Diese kleine Form der Selbstkontrolle ist der Geist einer großen Person!

Diesen Geist pflegen und sich nicht anstecken lassen vom Zeitgeist wird die Welt ändern.

 


Alleine Sitzen 2

K:Wenn ich Sie lese, habe ich das Gefühl, dass ich meine Vorfahren lese, was mich in meiner Anfängerpraxis inspiriert. Sie wissen, dass ich vor zwei Tagen erst drei Jahre Ordination abgeschlossen habe. Es ist mehr Zeit für mich geworden.

Ich glaube, ich stimme mit allem überein, was Sie schreiben. Ich stelle mir auch vor, dass eine Praxis mit wenigen Leuten die beste ist, und hier waren wir immer wenige, aber es gibt ein Ideal des Wachstums, das mir seltsam erscheint, und manchmal werden diese Bestrebungen mit Geschäftsidealen, Produktion und Unternehmen verwechselt, was mir etwas Übelkeit verursacht. Wie Sie sagen, ist das Armutsgelübde relevant. Wenn ich zu Shikantazas Einfachheit zurückkehre, bricht jeder Eifer für Produktion und Geschäft zusammen. Ich habe keine großen Erwartungen an ein Leben im Wald, wie Thoreau, ich würde diese Praxis gerne allein verstehen, ohne irgendjemandem etwas zu beweisen, ohne den Geist, zu überzeugen oder Lob zu erregen. Es ist das Richtige, es ist der Weg der Vorfahren, auch des Buddha. Ich war immer ein Einsiedler in der Stadt und habe daher keine Fähigkeiten, die ich in ein Leben auf dem Land einbringen könnte. Ich weiß nicht, wie man erntet, ich weiß nicht, wie man sät, ich weiß nichts über Bäume oder Pflanzen, ich weiß nicht, wie man das Land bearbeitet, das habe ich nie gewusst. Vielleicht ist es an der Zeit, damit anzufangen und es zu lernen. Ich kann nur mit Fäden und Nadeln umgehen, mit den Tasten eines Computers und mit einem Stift auf Papier. Aber flinke Hände müssen für irgendetwas gut sein.

G: Das Bearbeiten eines Stück Lands und das Säen, Pflegen und Ernten ist kein Hexenwerk. Schau einfach bei deinen Nachbarn zu oder befrage sie. Sie wissen wie es geht. Ich selber habe ja eine Permakultur, vielleicht kannst du ein Buch über Permakultur lesen.

Übrigens ist das Bearbeiten eines Stück Landes, das Säen, Pflegen und Ernten eine Analogie für das Wirken eines Zenlehrers. Mein Hossenshiki Lehrer Shoken Winecoff verwendet oft dieses Bild und kommt so mit Farmern und einfachen Leuten ins Gespräch. Wir bearbeiten das weite Feld des Denkens, wir bearbeiten den Boden unseres Umfeldes mit unserer Praxis und säen die Praxis von Zazen. Die zarten Pflänzchen pflegen und hegen wir als Lehrer und vielleicht gibt es sogar eine Ernte:-)

K: Von dort aus würde ich gerne weiterschreiben. Hier in Bogota habe ich die Gewohnheit verloren. Schreiben Sie noch?

G: Ich schreibe gerade sogar sehr viel, es sind jedoch eher Ratgebergeschichten aus meiner Lebenserfahrung, als tiefe Zenphilosophie, für die tiefe Auseinandersetzung mit den alten Meistern fehlt mir die Motivation und Sinn. Ich möchte den Menschen konkret im Alltag helfen, Die Meister sind of sehr elitär. Das scheint nicht mein Weg zu sein, aber gerade hält Okumura Roshi wieder einmal den 10 Tage virtual intensive study Kurs, da bin ich dabei und erfreue mich an seinem Wissen, das reicht mir. So langsam verstehe ich die Grundprinzipien Dogens. Ich bin sehr froh macht Okumura das und ich schätze ihn ungemein dafür, aber es ist definitv nicht mein Weg. Er ist Bücherwurm, sagt er selber, und ich nicht, mein Weg ist Bewegung, Tun, Begegnung und Natur. Die Lehrer, den Begriff Meister mag ich nicht, sind, so erklärte gerade gestern Todo-san (Okumura) haben das Dharma in sich aber auch das Karma. Aufgabe des Schülers ist dies zu erkennen und zu trennen. Das ist aber gerade zu fast unmöglich, ein Koan. Da wir das Dharma, gerade als Schüler oder Anfänger, nie wirklich erkennen können, müssen wir zunächst davon ausgehen, dass der Lehrer recht hat mit seinem Tuen. Viele Jahre braucht es, um zu erkennen ob jemand wirklich eine Dharma Lehrer ist oder nicht.Trotz seinem Karma ist jeder Dharma Lehrer, der die Übertragung von Okumura bekam, ein wahrer Dharma Lehrer. Wir sollten sein Handeln nicht kommentieren oder verurteilen, sondern zweifeln an dem was er sagt und Fragen darüber stellen. Ein guter Lehrer sei einer, der auch zweifelt und Fragen stellt. Nach einer angemessenen Zeit ist es sowieso üblich unter anderen Lehrern zu praktizieren und sie zu befragen. Ein guter Lehrer schickt seinen Schüler auch zu anderen, so sandte mich Todo-san zu Shoken. Im schlimmsten Fall sucht man sein Leben lang. Ich hatte Glück und fand Okumura, daneben fand ich auf meiner Wanderschaft viele sehr gute Lehrer wie Hokan Saito und Godo Roshivon Kotai-ji, Shoken Winekoff in Ryumonji, Shodo Harada und Tenshin Anderson. Wirklich Schüler sein, könnte ich neben Okumura, aber nur von Shoken und Harada. Das Problem von Harada ist aber, das er Rinzai Lehrer ist und ich müsste ganz neu beginnen.

Da viele Lehrer ein schwieriges Karma haben, galt für Uchiyama zuletzt das Prinzip, er pflegte Kodo Sawaki bis zu seinem Tod: „Lass einzig Zazen dein Wahrer Lehrer sein.“

Du kannst Menschen grundsätzlich nicht ändern, noch nicht mal deine eigenen Kinder oder Freunde, das ist meiner Meinung nach ein menschliches Grundprinzip, deinen Lehrer erst recht nicht.

Mein Ordinationslehrer wurde im Alter, durch Erfolg, durch Intrigen, aber auch durch seine schwere Krankheit immer schwieriger. Ein Jahr vor seinem Tod trennte ich mich von ihm, es war im Nachhinein ein Fehler, denn er war zu krank und unter starkem Morphium. Ich bereue dies sehr und schäme mich wegen meines Egoismus, es war der falsche Zeitpunkt, zu spät, obwohl der Schritt im Grunde richtig war. Ich praktizierte 13 Jahre mit ihm zusammen. Doch ohne diesen Schritt wäre ich nicht hier, wo ich stehe, hätte dich und Okumura nicht kennen gelernt.

K: Ich erinnere mich sehr gut an die Tagebücher, die ich in Kotaiji geschrieben habe. Ich habe noch diese 49 Texte der Tage, die wir vor dem Verlassen der Klausur gezählt haben. Ich habe sie zwar nicht beendet, ich habe mich dem Nähen der Kutte meines Meisters gewidmet und damit waren alle meine Gedanken an das Leben in einem Ausbildungskloster dahin, das ich so schnell wie möglich beenden wollte. Tatsächlich hat einer der Gründe für meinen Wegzug mit meinem Meister zu tun. Wissen Sie, es ist ruhig, aber ich fühle mich im Widerspruch zu ihm. Es ist nicht so, dass ich ihn als Lehrer nicht bewundere, aber ich denke, meine Praxis ist etwas anderes. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht wie er sein könnte und auch nicht wie er sein möchte. Vielleicht hilft mir eine Zeit fern von meinem Meister, mich selbst als Mönch in meiner eigenen Praxis zu finden. Vielleicht haben Sie das schon erlebt, sicher begann sich die innere Arbeit zu entwickeln, als Sie ohne Ihren ursprünglichen Meister waren. Ich weiß, dass ich meinen Lehrer nicht ändern kann, na ja, vielleicht kann ich das, aber ich habe mich irgendwie damit abgefunden und möchte weder wieder von vorne anfangen, noch Konflikte schaffen.

Ich akzeptiere einfach unsere Abstammung, die wunderbar ist, wissen Sie. Vielleicht fange ich irgendwann an, die farbige Robe zu nähen. Ich möchte nähen, aber ich möchte nicht weitermachen. Das ist jetzt eine weitere meiner Fragen: Was bedeutet es, das Dharma von Ihrem Lehrer zu erhalten, und welche Konsequenzen hat das?

G: Diese Frage ist eine sehr wichtige Frage. Todo-san sagt mir, dass ich, wenn ich sein Schüler werde, würde ich auch Dharma Transmission bekommen wie alle seine Schüler. In anderen Linien ist es anders. Du weisst in Japan heisst das oft alles gar nicht, da die Personen wie Kosho san, schon mit 12 Jahren ordiniert wurden.

Hier ist das, was mir Todo-san einmal zu einer ähnlichen Frage von mir antwortete (bitte gebe den Text nicht weiter):

.Another thing might be, to make sure if the person has a clear understanding about the meaning of receiving shukketokudo in Japanese Sotoshu.
Sometimes it is called "priest ordination" in English, that sounds like the authorization as a priest.
But in the system of Japanese Sotoshu, even a kid older than 10 years old can receive shukketokudo.
By receiving shukketokudo, the person becomes a novice.
After that, the person needs to study Buddhism at Komazawa or another University and practice at a monastery for a certain period of time.
After completing the study and practice process, the person might receive dharma transmission and receive kyoshi (teacher) qualification from Sotoshu Shumucho.
Even Receiving dharma transmission and Kyoshi qualification does not mean to be authorized as a Zen teacher.
It is simply to be qualified to become a temple priest, one of more than 15000 Sotoshu priests.
I think you have found that most Sotoshu priests in Japan are not even zazen practitioners.
I received dharma transmission and kyoshi qualification when I was 26 years old, because it was necessary to come to the USA as a missionary.
But no one, including myself, thought that I was ready to teach Zen.
I had to practice 30 more years until I and other people thought I could be a teacher.
In meinem Fall, obwohl ich schon seit meiner Mönchsordination 1997 Zazen unterrichte, ist das anders. In vielen Dingen, was die Praxis von Zazen betrifft und viele Formen, sehe ich mich selbst und andere sehen mich auch mittlerweise als Lehrer: In anderen Dingen fühle ich mich wie ein Baby und ganz und gar nicht wie ein Zenlehrer. Ich bin so froh, darf ich Todo-san befragen. Ich denke Zenlehrer werden ist die Gelübde zu erfüllen und ernsthaft die Verantwortung zu übernehmen. Letzthin heisst es aber wie Uchiyama sagt: Erst einmal 30 Jahre still vor die Wand sitzen.

Gerne bleibe ich mit dir in Kontakt, denn es hilft mir auch meine Praxisprinzipien zu hinterfragen und auf den Punkt zu bringen.Vielen Dank!

Zum Schluss noch ein Buchtipp. Viktor Frankl, yes to life inspite of everything.

K: Wie auch immer, bitte bleiben Sie mit mir in Kontakt. Eines Tages würde ich Sie gerne in Ihrem Tempel besuchen und von Ihnen lernen.

 

Ein Sesshin leben

Ein Sesshin leben

Ein Text auf der Basis von Texten Kosho Uchiyamas

Als erstes ist ein Sesshin, besonders im Sanshin-ji Stil, ein Rahmen, in dem aus unseren während des Sitzens gemachten Erfahrungen Wahrheiten erkennen. Sie treten ganz deutlich in unser Leben und das nicht als Theorie. Das ist doch schon mal was in unserer virtuellen Welt.

Zum Beispiel wird die Zeit ungeheuer lang. Man sagt: “Die Tage in einem Sesshin sind so lang, wie sie uns in unserer Kindheit erschienen.”

In meinem täglichen Leben, v.a. wenn schlechtes Wetter, wie es jetzt ist, passiert es manchmal, dass ich mich im world wide web verliere. Ich studiere gerne die verschiedenen Wetterberichte, ich lese die aktuellen Schlagzeilen der Tageszeitungen, ich recherchiere ….Ehe man sich versieht, sind ein oder zwei Stunden vergangen. Da alles ständig abrufbar und nachlesbar ist, vergesse ich alles sofort wieder, das heißt ich ertappe mich dabei, wie ich sehr oft den Wetterbericht aufrufe, um wieder und wieder zu schauen, wie es wird – eine ziemlich lächerliche Sache …, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Also, wenn wir den ganzen Tag Zazen praktizieren, vergeht die Zeit oft gar nicht. Unsere Beine tun weh, wir langweilen uns schrecklich oder werden sehr unruhig und nervös. “Das einzige, was wir zu tun haben, ist, die Zeit als Wirklichkeit unseres Lebens durchzustehen” – ” Moment für Moment”, sagt Kocho Uchiyama.

Während eines Sesshins werden all unsere Handlungen durch eine Glocke geregelt. Zwei Schläge der Glocke und wir stehen alle auf und beginnen zu gehen. Während des Kinhins steigen Gedanken auf, wie satt wir das Sitzen in Zazen bereits haben und dann erkennen wir entmutigt, dass es immer noch der Morgen des zweiten Tages ist und noch nicht einmal die Hälfte des Sesshins vorbei ist. Ich bin mir sicher, dass jeder, der bereits an Sesshins teilgenommen hat, schon einmal diesen Gedanken hatte. Wie um alles in der Welt kommen wir durch die verbleibende Zeit? Was mach ich hier, ich könnte doch…? Wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, müssen wir über die Zeit hinaus gelangen oder wie mein verstorbener Lehrer Bovay sagte – “Sterben.” Wenn wir dieses Ding genannt Zeit nicht vergessen, wird es uns unmöglich sein, all die übrigen Stunden des Sesshins weiterzumachen.

Die Zeit ist eine menschliche Erfindung. Eine Minute und eine Stunde sind menschliche Standards, die eingerichtet wurden, um die fließende Schnelligkeit, die wir Zeit nennen, zu messen. Dass nur 5 Minuten vergangen sind oder dass es sich anfühlt, als seien fünf Minuten vergangen, ist darauf zurückzuführen, dass wir ein relatives Phänomen namens Zeit festgelegt und in unsere Standard-Wertvorstellungen eingebaut haben. wie z.B: “ Zeit ist Geld”, sie sollte gefälligst sinnvoll und effektiv genutzt werden. Denn Effektivität und Ökonomisierung sind wichtige Prinzipien der heutigen

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Gesellschaft. Aber wenn wir diesen Vergleichsstandard loslassen, gibt es keine Zeit als solch eine festgelegte Einheit.

Wenn wir über die Zeit hinaus gelangen und die Zeit vergessen, dann begegnen wir tatsächlich der frischen Wirklichkeit von “Hier und jetzt” in unserem Leben. Zeit existiert für uns, weil wir jeden Moment mit dem Nächsten vergleichen und in unserem Wahrnehmungs- und Aktivitätstrubel haben wir das Gefühl, dass die Zeit schnell vergeht. Wenn wir nicht mehr vergleichen und einfach nur noch das Selbst sind, das nichts als das selbst ist, können wir diese Geschwindigkeit, dieses Abgleichen überwinden, dass wir Zeit nennen. Wir machen weiter mit dem Sesshin und erinnern uns nicht mehr an die Zeit. Wir hören einfach nur drei Gongschläge und beginnen mit dem Zazen, bei zwei Gongschlägen mit den Kinhin. Wieder drei Gongschläge lassen uns wieder sitzen und nach weiteren zwei Schlägen geht es wieder zum Kinhin. Wir machen das Sesshin immer so weiter wie es ist und folgen den Signalen der Glocke.

Dass ein Sesshin so wie es ist voranschreitet, ist eine Übersetzung des Ausdrucks kaku no gotoku. Damit ist gemeint, dass das Sesshin unabhängig von unserer Zeitvorstellung weiterläuft.

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Niemand denkt mehr darüber nach, ob die Zeit lang oder kurz ist. Schließlich sind die fünf Tage vorbei und das Sesshin ist zu Ende, ohne dass wir darüber nachgedacht haben. Erst dann wird uns bewusst, dass wir beim Zazen vollkommen die Zeit vergessen haben. Genauer formuliert: Das Fünf Tage Sesshin ist von sich selbst aus vergangen, während wir uns dem Zazen gewidmet haben. Es sind nicht wir, die das tun, es tut einfach. Aber wie immer wir es auch ausdrücken, nichts ist wirklich passend. wir müssen ein Sesshin einfach persönlich erleben

Diese Art Erfahrung zeigt uns, was Zeit eigentlich ist und was vor der Zeit ist. Normalerweise halten wir es für gegeben, dass wir alle in der gleichen Zeit leben, aber während eines Sesshins können wir die Erfahrung machen, dass dem nicht so ist. Eigentlich ist es das Leben des Selbst, das die Zeit hervorbringt. Beim Zazen kreuzen wir die Beine, sitzen, ohne uns zu bewegen, und halten vollkommen still.

Wenn wir dies mit unserer alltäglichen, üblichen Lebensweise vergleichen, inder wir uns bewegen, wie immer wir möchten, finden wir das schmerzhaft. Wenn wir aber beim Zazen anfangen, darüber nachzudenken, wie schmerzhaft es ist und wie wir durchhalten und die Schmerzen ertragen, werden wir nie die fünf Tage ruhig sitzen können. Wir können dann vielleicht zwei Stunden Zazen praktizieren oder sogar vier oder fünf, wenn wir es nur mit unserer Fähigkeit tun durchzuhalten, die Schmerzen zu ertragen. Aber nur mit Durchhalten können wir nie ein fünf Tage Sesshin sitzen. nur Kraft und unsere egoistischen Ideen, über unsere Fähigkeit Schmerzen zu ertragen. können wir auch nie jeden Monat ein solches Sesshin absolvieren oder ein gar ein Zazen zentriertes Leben praktizieren. Und selbst wenn wir das können, wäre es total sinnlos. Wir würden nur unsere eigene Fähigkeit uns zu disziplinieren durchzuhalten mit der der anderen vergleichen und unsere Zazen würden lediglich zu einer Fortsetzung unserer Neigung, mit anderen in Wettbewerb zu treten. Die wichtigste Sache während eines Sesshins besteht darin, alle Gedanken darüber hinter uns zu lassen, wie schmerzhaft es ist oder wie wir mitten im Schmerz durchhalten und uns nur in Zazen versenken, so wie es ist. Nur dadurch, dass wir still sitzen und alles der Haltung überlassen, wird die Zeit von selbst vergehen. Nur wenn wir unsere Vorstellungen von Schmerz und Ausdauer hinter uns lassen, können wir ein Sesshin ohne Angst sitzen. Durch Sesshins erleben wir tatsächlich, was es bedeutet, dass der Boden so aus unseren Vorstellungen von Ausharren und Leiden herausfällt. Und das hat einen enormen Einfluss auf unser Alltagsleben. In unseren alltäglichen Angelegenheiten mögen uns viele Probleme und Missgeschicke begegnen, und normalerweise fangen wir an zu kämpfen, wenn wir damit konfrontiert werden. Dadurch bringen wir uns in noch schlimmere Bedingungen. Bei anderen Menschen sehen wir das genau. Wenn andere in unglückliche Umstände geraten sind, sagen wir als Beobachter oft, sie sollten “einfach aufhören, um sich zu schlagen” oder “sich einfach beruhigen”. Als Beobachter anderer können wir das ganz kühl sagen, aber wenn es sich um unsere eigenen Schwierigkeiten handelt, klappt es plötzlich überhaupt nicht mehr, uns zu beruhigen. Wie können wir dieses selbst – das nichts anderes kann als zu kämpfen – dazu bringen, damit aufzuhören und zur Ruhe zu kommen? Das geht erst, wenn der Boden aus unseren Vorstellungen von Leiden und Durchhalten herausbricht. Genau das erfahren wir beim Sesshin. Das Sesshin besteht aus der Fortsetzung der Praxis vor jeder Unterscheidung zwischen unserer eigenen Kraft und der Kraft anderer. Vor jeder Zeit, vor jedem Durchhalten.

Als ich 1990 mit der Zazenpraxis anfing, war ich in einer Sinnkrise. Ich hatte schon fast alles ausprobiert und erfuhr trotz der grossen Schwierigkeiten die

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mir das Sitzen als Bewegungsmensch und Zappelphilipp machte, zeitweise tiefen Frieden und Einheit.

Heute nach 34 Jahren suche ich nichts mehr. Alle meine Hoffnungen und Wünsche wurden zerschlagen, ich bin ernüchtert.

Täglich muss ich mich nur mit mir selbst auseinandersetzen und mich auf das konzentrieren, was geschieht. Immer wieder gab und gibt es schwierige Zeiten in meinem Leben. Der Zen-Buddhismus verspricht dir nichts. Er lädt dich einfach dazu ein, sich zu sammeln und mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen.

Shoken Winecoff schreibt: Mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen, kann ein entmutigender Prozess sein. Das Leben verläuft nicht immer nach deinen Vorstellungen. Es erfordert Mut, sich der Wand des Alltags zu stellen. Die Frage ist, ob wir uns in jeder Situation, der wir begegnen, manifestieren können. Manchmal finden wir uns in schlammigem Wasser wieder. Die Lotusblume blüht jedoch in schlammigem Wasser.

Es gab einen buddhistischen Mönch namens Eihei Dogen, der vor etwa 800 Jahren lebte. Er übertrug den Soto-Zen-Buddhismus von China nach Japan. Unsere Wurzeln gehen auf ihn zurück. Er schrieb diesen Text, Dogen Zenjis Gelübde. Ich möchte ihn mit euch teilen.

Wir gehen gemeinsam miteinander, mit der großen Erde und mit allen Lebewesen.

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Jijuyu Zanmai

Jijuyu Zanmai

(wörtl. der Samadhi des sich selbst Empfangens und Benutzens)

Wir schlafen, wir verdauen, unser Herz schlägt und lässt das Blut zirkulieren, deswegen atmen wir und vieles mehr. Millionen von Zellen verrichten ihren Dienst, ohne dass wir einen großen Einfluss darauf haben. Mit Hilfe all unserer geistigen Fähigkeiten, Denken, Gefühlen und Ideen können wir dies nicht kontrollieren. Diese Lebenskraft wirkt jenseits unseres Denkens. Und obwohl sie das tut, gehört diese Kraft zu mir. Wir nennen sie Lebensenergie. Und so lange diese Kraft in mir funktioniert, ist sie die Wirklichkeit in mir.

Umgekehrt gilt das für die Gedanken, Gefühle und Ideen, die ständig in meinem Kopf entstehen. Sie sind meine Gedanken, aber die Kraft, die sie aufsteigen lässt, ist weit jenseits meines gesamten Intellekts.

Uchiyama Roshi sagt: “Die Wirklichkeit des Lebens meines Selbst vollzieht sich jenseits der Gedanken dieses kleinen Individuums, sie ist aber gleichzeitig genau die Kraft, die als dieses kleine Individuum fungiert.”

Auf der einen Seite existiert also ein individuelles Selbst, das sich durch die Gesamtheit seiner Gedanken und Gefühle definiert. Wir merken, dass dieses Ego einzigartig ist. Außerdem sind wir sicher, dass jedes Wesen ein anderes individuelles Ego besitzt. Und deshalb fühlen wir uns oft nicht verstanden oder es gibt sogar Streit, weil die Gedanken und Ideen eines jeden Lebewesens anders sind. Kodo Sawaki sagt: “Deswegen können wir noch

nicht mal einen Furz teilen.” Wir können deswegen nur unser eigenes individuelles Leben führen, aus unseren Gedanken und Ideen heraus.

Auf der anderen Seite bestehen alle lebenden Wesen aus der Kraft dieses großen, alles durchdringenden Lebens heraus. Obwohl alle Lebewesen unterschiedlich sind, wirkt sie in jedem Individuum und durchdringt alles. Und dieses universelle Selbst, des einen, alles durchdringenden Lebens bezeichnet Meister Dogen als Jijuyu Zanmais, das “frei empfangende und wirkende Selbst.

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Okumura Roshi bringt oft den Vergleich mit dem Bild, in dem gleichzeitig zwei Frauengesichter existieren, ein altes und ein junges Frauengesicht.

Das “universelle Selbst” und das “individuelle Selbst” existieren gleichzeitig in der Wirklichkeit unseres Lebens.

Uchiyama formuliert das Wirken der beiden Selbst folgendermaßen: “Beim Zazen lassen wir unsere Gedanken los und das befähigt uns zu erwachen und die ungeteilte Wirklichkeit des Lebens zu leben, die das ganze Universum durchzieht. Weil wir innerhalb der Gedanken des kleinen Ichs leben, werden wir von ihnen herumgezerrt und ein anderes, das nicht ich ist, kesselt uns ein. Wenn wir diese Gedanken loslassen, erwachen und die ungeteilte Wirklichkeit des Lebens leben, die jenseits dieser Gedanken wirkt, entdecken wir das Selbst eines universalen, nondualen Lebens, das alle lebenden Kreaturen und die ganze Existenz durchdringt.”


Mein Gelübde 2022

Gelübde Gyoriki

Mein Karma

 

Aufgrund meines schlechten Karmas und das meiner Familie nehme ich auf ewig Zuflucht zu den drei Schätzen in allen drei Zeiten, denn ich möchte nicht herumgeschubst werden durch das Karma.

Mein Grossvater väterlicherseits erfand die Pille danach und mein Vater durfte nicht aufs Gymnasium, meine Mutter wollte nur weg aus der Armut, als einziger Sohn wurde ich inmitten der Wirtschaftswunderzeit der 60er Jahre in einer 1-Zimmerwohnun in Aachen 1965. Wir waren arm, denn mein Vater, der eigentlichen einen Gutshof erben sollte, musste nach dem Krieg 1951 eine Schlosser Lehre bei Krupp machen, weit weg von zuhause. Denn sein Vater, der Gutshofbesitzer entschied, dass der Älteste und Erbe ein sinnvolle Handwerk erlernen muss, während die jüngeren Brüder freie Wahl hatten.

Nach vorschriftsmässigem Lehrabschluss beschloss mein Vater den Weg des Techniker und Ingenieur berufsbegleitend zu gehen, anstatt in die Landwirtschaft einzutreten, denn erstens hatte er schlichtweg keine Lust den Weg des Bauerns, den seine Familie seit 1300 Jahren ging, weiter zu verfolgen und zum anderen hatte er wenig Lust, quasi als Knecht, seines grössenwahnsinnigen Vaters, der seine Frau und Kinder wie Angestellte behandelte, zu arbeiten. Vor allem ahnte er wahrscheinlich auch, dass die etwas zu merkwürdigen Ziele meines Grossvaters zum Scheitern verdammt waren. Denn im Sibirien Deutschlands, wie Heinrich Heine die Eifel nannte, auf den schlechtesten Böden Deutschlands im grossen Stil Kartoffeln für die Volksversorgung anzubauen, sie ahnen welche Gesinnung mein Grossvater während des Krieges nachhing, war nun wirklich nicht sehr geschickt. Das lag nicht nur daran, dass mein Grossvater, der gerne gehabt hat, dass man ihn als Sohn oder Tochter siezte, keine Ahnung vom Bauern hatte, sondern auch sehr stur, heute würde man sagen, beratungsresistent war. So kam der riesige Gutshof trotz grosser Kapitalreserven recht schnell in die Bredoullie und auch die riesigen Kapitalreserven, wir reden von Millionen DM, wurden, wie gesagt mein Grossvater war beratungsresistent, wurden in Start Ups gesteckt, die sich sehr schnell als Flops herausstellten. Zum Beispiel liess eine Firma mein Grossvater, überall im Rheinland, als Mehrheitsaktionär, in jeder Kneipe Automaten aufstellen, in denen es die Pille danach gab. Eine Pille, die dem alkoholkonsumierenden Menschen, versprach, dass er nach Einnahme jener, bei einem Alkoholtest durch die Polizei, keine Promille angezeigt würden.

Die Kapitalreserven waren weg, der Gutshof wurde verkauft, es blieb ein Einfamilienhaus und ein bisschen Land übrig und mein Vater hatte die richtige Nase mit seinem Ingenieurstraum gehabt. Aus dieser Zeit resultierte ein häufiges Spiel, was unsere Kleinstfamilie häufig bei Autoausflugsfahrten spielten. Was wäre, wenn…und wie würden wir dann leben. Gefühlt wöchentlich bekam ich die Geschichte des Verlusts der Millionen erzählt und dazu die Träume meiner Eltern vermittelt. Bald begann ich selber zu träumen, was ich denn mit dem Reichtum anfangen würde. Und meinen Mitschülern in der Grundschule erzählte ich die Phantasiegeschichte vom künftigen Gutshoferben, im Gymnasium die Geschichte vom tragischen Verlust vom Gutshof und Adelstitel.

Ganz anders die Geschichte der Familie mütterlicherseits, für meine Grosseltern mütterlicherseits war es die grosse Liebe. Gerührt erzählte meine Oma immer wieder, wie ihr Hännes (Johann) jedes Wochenende über 30km zu fuss und per Anhalter in die Südeifel lief, um sie zu freien. Und wie sie diese Liebe erwiderte und diesem armen Schreiner und Schnitzer in die Nordeifel zu folgen. Dies alles in Zeiten der grossen Wirtschaftskrise und des Nationalsozialismusses. Während meine Oma auch später noch von Hitler schwärmte, denn der sei einmal zur Besichtigung des Westwalls durch das ärmliche Dorf gefahren und….bei allen, was der angerichtet hatte, der hatte was… so eine Ausstrahlung, der war etwas Besonderes! War mein Opa, der ein einfacher, lieber Mann war, den alle im Dorf, sehr mochten und schätzen, nicht so gut auf ihn zu sprechen, doch das behielt er lieber für sich, wie so vieles.

Denn er durfte in den Zeiten des von Hitler angesetzten Arbeitsdiensten immer wieder bei jedem Wetter in der Schneifel (Schneeeifel) den Westwall von Hand mitbauen, wie soviele junge Männer, die nicht genug Arbeit hatten. Wer das Wetter da oben an der belgischen Grenze kennt, weiss wie wenig anmächlich dieser Frondienst da oben war. Später wurde er dann noch 1941, als Vater von zwei kleinen Töchtern ( 3 und 2 Jahre alt) an die Ostfront geschickt, um Russland zu erobern. Ein Jahr und später war er zurück in Deutschland, 27 Kilo schwer, und wieder 6 Monate später, als Kriegsversehrter zurück bei seiner Familie, der nun nicht mehr seinen Beruf als Schreiner und Schnitzer nachgehen konnte, weil er voller Narben und Granatsplitter war. Jede Nacht, so berichtete meine Oma schrie er bis zu seinem Tod nachts im Traum und wachte schweissgebadet auf. Niemand hatte er erzählt, was damals passierte oder hatte nie jemand gefragt. So war das in dieser Zeit, denn es ging ums überleben der kleinen Familie. Erst kurz vor seinem Tod schenkte er mir seine Taschenuhr mit gesprungenen Glas, die er vom Russlandfeldzug als einziges Wertstück mit zurück gebracht hatte und erzählte mir ihre Geschichte.

Er sei an vorderster Front in Russland gewesen, jeden Tag wären sie zur Eile angetrieben worden, um mindestens 40km am Tag zu schaffen. Als kleiner wendiger Infrantrist sei er wiederholt mit seinem Kumpel zu Spähaufträgen ausgesandt worden. Schon hinter Moskau seien sie gewesen.

Einmal nachts seien sie wohl entdeckt worden, konnten sich aber noch in einen Stall flüchten. Die russischen Soldaten hätten einfach eine Granate reingeschmissen und wären Gott sei dank nicht nachschauen gegangen. Sein Kamerad hätte das Bein gefehlt und er auch schwer verletzt. Nachdem die Soldaten Weg waren, habe er seinen Kameraden zurück hinter die Front geschleift. Dann begann der eigentliche Alptraum der beiden, über Wochen und Monate ging es zurück nach Leipzig, durch Kälte im Delirium auf Karren und Lastwagen. Er hat es geschafft mit 27 Kilo und sein Kumpel auch, der ihm auf ewig dankbar war. Und die Uhr, die er krampfhaft in der Hand gehalten hatte und mir nun übergab. Denn ständig hatten Sanitäter und andere versucht die Wertgegenstände der Verwundeten zu klauen. Die hatten sie nicht bekommen! Er war nicht wütend auf die russischen Soldaten, denn die taten nur ihren Job, so wie er, aber das die eigenen „Kameraden“ sich an den Toten und Verletzten bedienten, dass trug er ihnen nach, das hat sein Menschenbild erschüttert.

Warum erzähle ich diese Familiengeschichte?

Ich gelobe mit allen Wesen zu praktizieren und zu leben. Zazen ist das Alpha und das Omega. Es ist der Mittelpunkt des Kosmos, jenseits von Raum und Zeit.

Wenn ich ganz einfach unbewegt und friedlich als das wahre Selbst sitzen ist das die fundamentale Weltverbesserung und damit der beste aller Beiträge zur Entwicklung der Gesellschaft. So verändern wir unbemerkt von allen anderen die Gesellschaft. Täglich Zazen praktizieren und es anderen ermöglichen ist deswegen mein wichtigstes Gelübde, welches ich 1995 durch meine Jukai Ordination manifestierte. Täglich, jeden Morgen sitzen. Nach jahrerlanger Mithilfe und Praxis in anderen Dojos (Köln, Aachen) begründete ich 1998 auf Wunsch meines Ordinationslehrer Missen Meiho Boway 1998 das Basler Zen Dojo mit anderen Praktizierenden einen Ort der bis zu acht Mal die Woche Zazen für Jedermann anbot. Das Dojo wuchs und gedeihte und richtete zweimal pro Jahr Sesshins aus. Zum einen, infolge der gesellschaftlichen Veränderungen (unflexiblere Arbeitszeiten, Leistungsdruck, Verschulung der Universitäten, breiteres Angebot zum selbstfitting, etc.), zum anderen weil ich auf meiner Suche wurde das Dojo Basel nach 20 Jahren einvernehmlich geschlossen. Um die intensive und reine Praxis meines Lehrers Shohaku Okumura und unserer Dharmavorfahren (Kosho Uchiyama, Kodo Sawaki) zu praktizieren und weiter zugeben, braucht es einen dementsprechenden Ort in Deutschland, das ist Sanko-ji. Dieser Ort und seine Praxis soll den Eidotter des Dharma umhüllen und beschützen. Ich möchte einen Platz in einer Umgebung aufbauen, an dem eine Praxis möglich ist, wie sie uns von den “alten Buddhas” und von meinem Lehrers Okumura Roshiund dessen Lehrer Uchiyama Roshi und dessen Lehrer Sawaki Roshi überliefert wurde. Man nennt diese Praxis auch „Zen for nothing“, Just sitting oder Antaiji-ji/ Sanshinji Stil. Ich gelobe einige Menschen des Weges hervorzubringen, die sich einer starken Zazen-Praxis verpflichtet fühlen und damit eine Kettenreaktion für die grosse Sache auslösen können.Das Moderne Leben ist künstlich konstruiert und trennt die Gesellschaft immer mehr von ihren Wurzeln ab. Durch das Streben nach absoluter Kontrolle über die Natur und Bequemlichkeit, sowie dem Streben nach Erfüllung aller Wünsche koppelt sich der Mensch ab von seiner eigentlichen Bestimmung. Die moderne Lebensweise entfernt sich immer weiter von der Wirklichkeit der Natur mit der wir leben. Vielfältige Zivilisationskrankheiten, Sucht, Einsamkeit, Ängste und Depression sowie Ohnmacht sind die Folge. Wenn dieses “künstliche Lebenskonstrukt” einmal zusammenbricht, beispielsweise durch Klimawandel, gravierende wirtschaftliche Probleme, Black out, etc., werden die Menschen sehr leiden, weil sie nicht mehr wissen wie “Leben” geht. Der moderne Mensch, v.a. die Jungen, sollten deshalb wieder Lernen im direkten Kontakt mit der Natur zu leben und durch die tägliche Zenpraxis einzugehen in den Rhythmus der Natur. Tiefe Zufriedenheit, Freiheit und Sinnhaftigkeit des Tuns und Inspiration werden dann eine neue Generation prägen. Deshalb möchte ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln einen Platz erschaffen, der die Buddha-Praxis zum Wohle und in Harmonie mit allen Wesen und der Natur möglich macht.Gyoriki 2013

Um alle Dharmatore zu durchschreiten ist das Studium der Texte der Vorfahren nötig. Ich muss nicht nur aus der Praxis heraus Handeln sondern auch Reden. Jeder Praktizierende hat/muss etwas (zu) sagen. Buddha zog sich für Wochen vor seiner ersten Lehrrede zurück, um das Unaussprechliche zur Sprache zu bringen. Auch ich kann mich nicht davor drücken.

In einer digitalen,entdinglichten Welt einen Ort schaffen, der uns wieder in die Realität der Dinge und der Natur bringt. Ich bin mit allen Wesen verbunden und diese Wesen können nicht ohne mich und ich nicht ohne sie leben. Wenn ich in der Natur praktiziere und arbeite mit diesem Körper und Geist bin ich wieder mehr verbunden.

Automatisch möchte ich dann nicht mehr mitmachen bei der Ausbeutung meiner eigenen Umwelt, und sogar einen Ort schaffen der meiner Umwelt und alle Wesen etwas zurückgibt und fördert. Auch hier muss ich die Texte unserer Vorfahren, der Permakultur studieren und möglichst umfassendes Wissen erwerben. Dazu muss ich die Welt wach beobachten, um zu erfahren.

Ich muss aufhören die Dinge nur durch meine, eigene Sichtweise aus zu betrachten, sondern aus möglichst vielen Perspektiven. So wird mein Leben durch Dankbarkeit und Weisheit durchdrungen. Naikan ist die richtige Methode dazu, wenn unserer Karma, unsere Kindheit negativ prägt und ich durch das Karma herumgeschubst werde. Ich möchte Täter sein, nicht Opfer. Mache ich einen Fehler, so bereue ich ihn.

Ich bin, wie alle Menschen, geschaffen um zu laufen. Der Mensch richtete sich auf, um den ganzen Tag laufend zu Sammeln und zu Jagen. Das ist unsere körperliche Bestimmung. Seit dem Zeitalter der Spezifizierung, Arbeitsteilung und Ökonomisierung beuten wir unseren Körper immer einseitiger aus oder entkörperlichen uns. Beides tut uns nicht gut, der Körpergeist ist unsere Grundlage. Buddha war in ständiger Bewegung und lief jeden Tag soweit er konnte, um das Dharma zu verbreiten. Seit altersher pilgern die Menschen. Blockaden, Depressionen, Koans lösen sich durch das laufen, weil wir wieder eins werden und nicht dies nicht nur körper-geist bezogen sondern auch Umwelt-Ego bezogen. Deswegen soll das Laufen wieder täglich Platz haben in meinem Leben. Künstler, Philosophen der Vergangenheit alle liefen sie ebenfalls täglich.


Sieben Leitsätze

 
Letzthin stiess ich im neuen Buch über Kodo Sawaki – Discovering the true self auf folgenden Text.  Kosho Uchiyama Roshi brachte die Essenz der Lehre seines Meisters Kodo Sawaki in sieben Leitsätzen unter. Ohne um diese Leitsätze vorher zu wissen, finde ich, haben wir in Sanko-ji schon vieles davon umsetzen können und ich finde deswegen, sie passen sehr gut in unser Leitbild!:
 
  •  Gewinnen ist Illusion, Verlieren ist Erleuchtung
  • Versuche nicht irgendwelche Vorteile zu erreichen, sei nicht gierig und bedaure es nicht, zu verlieren. 
 
  • Etabliere nie eine Organisation. Dinge, die von einer Institution erreicht werden, werden aufgrund dieser Institution zusammenbrechen. Der Aufstieg und Fall von Errungenschaften ist nichts anderes als die Transmigration in Samsara. Dies war Sawaki Roshis fundamentale Haltung. 
 
  • Unterrichte Einzelpersonen nacheinander. Anstatt Menschen allgemein innerhalb eines Systems zu erziehen, müssen wir jeden einzeln ansprechen, da jeder einzigartig ist. 
 
  • Bittet nicht um Spenden. Die Leute haben die Idee, dass sie gebeten werden, zu spenden, wenn sie an einem Tempel beteiligt sind. Dies hat den Buddha Dharma ernsthaft verletzt. Wir bitten nie um Spenden. Auf diese Weise können Menschen kommen, ohne sich um Geld sorgen zu müssen.
 
  • Sei nicht flatterhaft. Handle nicht getrieben von deinen selbst zentrierten Gedanken.
 
  • Wenn du nachlässig bist, wirst du berühmt und erreichst eine hohe Position. bemühe dich, nicht in der Welt aufzusteigen. Besonders nach dem vierzigsten Lebensjahr werden Ruhm und Profit verlockend sein.
 
Passt auf euch auf, bleibt gesund, bleibt “tres Zen”- also lasst euch nicht von der Angst anstecken, nutzt die ruhige Zeit und gute Praxis.
 
Ganz herzlich und tiefes Gassho
 
Gyoriki