Vögel füttern

Sitzend vor dem Haus, die Sonne wärmt mein Gesicht

Eine Haubenmeise, eine Tannenmeise kommen und gehen

Schneegipfel am Horizont

Frieden in mir – weit gefehlt

Brodelnder Vulkan von Gedanken und Gefühlen

Ich sollte jetzt noch

Ich bleibe sitzen

Mails anschauen wäre sinnvoll

Ich bleibe sitzen und schaue in die Ferne

Wenn du jetzt keine Nachrichten schreibst, verlierst du noch mehr Freunde

Eine Blaumeise landet

Wie schön das kleine Wesen ist!

Dieser ignoranten Kollegin schreibe ich jetzt das passende Mail

Das Licht im Winter, so strahlend, diese Farben und Konturen

Langeweile – sie will nicht das bloße Sein

Wohlige Wärme auf dem entspannten Körper

Wer hat Angst vorm bloßen Sein? – Viele!

Ich gerade nicht. 

Ein paar Minuten Bloßes-Sein.

 

(Gyoriki)

 


Friedliches Leben

Friedliches Leben

Gedicht von Katagiri Roshi 1988

Wenn es heisst, es sei unmöglich

glaubt man verzweifelt: “Ist das so?”

Wenn es heisst, es sei möglich,

glaubt man begeistert: “Das ist richtig.”

Aber welche Wahl auch immer,

sie stimmt nicht mit dem Herzen nahtlos überein.

Gefragt:” Was genau stimmt nicht?”

weiss ich nicht, woran es liegt.

Mein Herz ahnt es.

Ich spüre ein unwiderstehliches Sehnen, es zu wissen.

Mensch”- welch ein Mysterium!

Was dieses Mysterium betrifft:

Klären,

wissen, wie leben,

wissen, wie mit Menschen Seite an Seite schreiten,

vorleben und lehren,

das ist Buddha.

Aus menschlicher Sicht spüre ich: Es ist in der Tat unmöglich ein Buddha zu werden.

Doch dieses “Ich”, betrachtend, was der Buddha tut,

gelobt zu praktizieren,

zu streben,

fest entschlossen sein,

und sagt mir: “Ja, ich werde.”

Einfach genau Hier, Jetzt, praktizieren

und Beständigkeit erlangen

endlos,

auf ewig.

Das bedeutet im Gelübde leben.

darin ist uns ein friedliches Leben begründet.

In seinem Kommentar zu diesem Gedicht, das von den vier edlen Wahrheiten handelt, schreibt Okumura Roshi:

Sogar während unserer Praxis müssen wir mit dieser Geisteshaltung des Auf und Ab umgehen. Manchmal sitzen wir in unseren Zazen und fühlen uns großartig; wir spüren, dass wir erleuchtet sind. Manchmal spüren wir, dass wir in der Hölle sind. Egal, ob so oder so, wir stehen die Situation einfach durch, für immer und ewig.

Das bedeutet Gelübde zu leben”, sagte Katagiri Roshi. Es bedeutet zu sitzen, bestrebt zu sein, anderen zu helfen und jeden Tag unseres Lebens mit anderen zu leben und zu arbeiten. Wenn wir Gelübde leben, gibt es im Bereich unserer Gefühle und Gedanken gute und schwierige Zeiten. Wie alle Menschen befinden wir uns noch in den sechs Bereichen – der hungrigen Geister, der Tiere, der kämpfenden Geister, der menschlichen Wesen und der himmlischen Wesen. Und doch können wir eine friedvolle Basis finden, eine Grundlage für unser Leben, die durch die menschliche Gefühlsebene nicht erschüttert werden kann. Das ist Gelübde, das ist die Wirklichkeit unseres Lebens.


Ewiger Wandel

Ewiger Wandel
Blume im Schnee
Nicht jeder mag den Frühling,
doch das stört den singenden Vogel nicht
Seine Bestimmung ist es, so aus vollem Herzen zu singen Der alte Berg verweilt friedlich in Ruhe und Stille
und ist doch ein reißender Bach innerhalb von Gezeiten aus anfangs loser Zeit
Was bleibt?
Kraa

Gyoriki


Gedicht Ryokan 1

Zurückschauend, sehe ich, dass mehr als 70 Jahre vorbei sind. Ich bin müde geworden durch das Richtige und Falsche der Welt der Menschen hindurchzublicken. Schnee aus der späten Nacht bedeckt alle Spuren des Kommen und Gehens. Ein Räucherstäbchen brennt nahe dem alten Fenster, Ich sitze.

Ryokan


Friedliches Leben

Friedliches Leben

Gedicht von Katagiri Roshi 1988

Wenn es heisst, es sei unmöglich glaubt man verzweifelt: “Ist das so?” Wenn es heisst, es sei möglich,
glaubt man begeistert: “Das ist richtig.” Aber welche Wahl auch immer,

sie stimmt nicht mit dem Herzen nahtlos überein.

Gefragt:” Was genau stimmt nicht?”
weiss ich nicht, woran es liegt.
Mein Herz ahnt es.
Ich spüre ein unwiderstehliches Sehnen, es zu wissen.

“Mensch”- welch ein Mysterium! Was dieses Mysterium betrifft: Klären,
wissen, wie leben,

wissen, wie mit Menschen Seite an Seite schreiten, vorleben und lehren,
das ist Buddha.

Aus menschlicher Sicht spüre ich: Es ist in der Tat unmöglich ein Buddha zu werden.
Doch dieses “Ich”, betrachtend, was der Buddha tut,
gelobt zu praktizieren,

zu streben,
fest entschlossen sein,
und sagt mir: “Ja, ich werde.”
Einfach genau Hier, Jetzt, praktizieren
und Beständigkeit erlangen
endlos,
auf ewig.
Das bedeutet im Gelübde leben.
darin ist uns ein friedliches Leben begründet.

In seinem Kommentar zu diesem Gedicht, das von den vier edlen Wahrheiten handelt, schreibt Okumura Roshi:
Sogar während unserer Praxis müssen wir mit dieser Geisteshaltung des Auf und Ab umgehen. Manchmal sitzen wir in unseren Zazen und fühlen uns großartig; wir spüren, dass wir erleuchtet sind. Manchmal spüren wir, dass wir in der Hölle sind. Egal, ob so oder so, wir stehen die Situation einfach durch, für immer und ewig.

“Das bedeutet Gelübde zu leben”, sagte Katagiri Roshi. Es bedeutet zu sitzen, bestrebt zu sein, anderen zu helfen und jeden Tag unseres Lebens mit anderen zu leben und zu arbeiten. Wenn wir Gelübde leben, gibt es im Bereich unserer Gefühle und Gedanken gute und schwierige Zeiten. Wie alle Menschen befinden wir uns noch in den sechs Bereichen – der hungrigen Geister, der Tiere, der kämpfenden Geister, der menschlichen Wesen und der himmlischen Wesen. Und doch können wir eine friedvolle Basis finden, eine Grundlage für unser Leben, die durch die menschliche Gefühlsebene nicht erschüttert werden kann. Das ist Gelübde, das ist die Wirklichkeit unseres Lebens.

 


Immer nur ich

Immer nur ich ( von Gyoriki)

Egal ob wir es bemerken, egal ob wir es praktizieren Unser Leben ist kosmisch
Was auch passiert, wo ich auch bin?
Immer begegne ich mir!

Egal wohin ich gehe, egal wohin ich fliehe, auch wenn ich kämpfe, auch wenn ich Liebe, in Trauer und Freude

Egal ob ich will oder nicht
Immer begegne ich mir!
Das eine Vermeiden, dass andere Wollen führt nur zu Leiden Stattdessen ja sagen zum Leben, ja sagen zum jetzt
Bereit sein, dass zu leben was ist; anerkennen, das es so ist; nicht fliehen, nicht kämpfen, nicht haften!
Es wird sich ändern, das sei gewiss!
Egal ob wir es bemerken, egal ob wir es praktizieren
Unser Leben ist kosmisch
Das Leben ist kostbar – go for it!


Ein anderer Planet

Planet Kotai-ji

Die Freude ist gross
Ich bin zurück! Geschafft!
So lange, so schwierig, so anstrengend, alles so anders auf dem Planeten Kotai-ji so fremd, so wunderlich – irreal!
Mein Geist mag es nicht glauben
Nur Zazen vertraut,
der Atmen tief, die Wirbelsäule aufrecht.

Schmerz und immer wieder Schmerz Oh, wie es brennt im Herzen!
Warum nur lass ich mich zermahlen! Der Körper bewegt, der Geist folgt Immer wieder sich verantworten

es einfach tun
Für nichts – keine Effektivität, kein Verdienst – sinnlos!

Mit allem was du kannst Sutren rezitieren
mit allem was du hast Arbeiten

Mit allem was in dir ist
Sitzen
Buddha sein geht nur mit ganzen Herzen Die alten Roshis, sie zeigen es mir,
jede Minute, ohne Pause

Und immer Gefängnis –
Tiefe Freundschaften
Wir lachen viel, wie kleine Kinder
Wir schmieden Pläne,
du musst immer einen Plan haben
Plan gleich Leben gleich Freiheit
Wir tun es heimlich -secret, secret, psst!
Die Transmission des Verbotenen läuft unablässig,
ohne Worte.
Vergiss dein Werte, deine Erfahrung
sie hindern dich nur
Die große Wahrheit – eine Tasse Kaffee, wie Buddha sie einst trank. Stark muss er sein
Nur die jenseits von Gut und Böse,
können das Dharma sein.

Ich füge mich!

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Obwohl!
Es ist gegen die wahre Praxis von Zazen! Es ist Erziehung von außen
Nicht von Innen
Shikantaza ist nicht die Basis
Die Basis ist Drill
Nicht Zazen schleift uns zum Diamanten, sondern Vorgesetzte!
Ich füge mich!
Ich lerne viel!
Nun weiss ich, was für ein Glück ich habe! Grosse Dankbarkeit für meinen Lehrer Shohaku Okumura Roshi
Diametral anders

Streng dich an Onkel Gyoriki, ruft man dir zu!
Großvater, gib nicht auf!
Vater, zusammen schaffen wir es!
Ich gebe nicht auf, ich bin ihr Onkel, ihr Vater, ihr Großvater, so wie sie mich brauchen.

Ich strahle
Ich strahle mit dir Ich strahle sie an

Es gibt keine Grundfesten auf dem Planeten Kotai-ji Alles Veränderung
Was heute richtig, ist morgen nicht mehr
Was eben geplant, nun anders.

Eben noch wütend, nun Mitgefühl Gefühle trocknen so aus.
Ecken und Kanten geschliffen Was bleibt?

Tief im Inneren ruht die – Die Macht der Praxis GYO RIKI
Streng dich an!

Mach einen Plan! Ich hab einen!


Müde von …ein Gedicht

 

Müde von der Arbeit in der desolaten Stadt, kehre ich zurück zum Ort des friedlichen Verweilens.

Hinter dem westlichen Hügeln, zeugen nur noch die roten Wölkchen im Zwielicht, von der Existenz der Abendsonne.

Ich wasche mein Gesicht und wechsle die Kleidung. Ich zünde ein Räucherstäbchen an und sitze friedlich in Zazen.

Wie könnte ich die vorbeiziehenden Jahre vergeblich verbringen?

Gyoriki April 2022

 


Haltung

Wenn du Zazen machst, macht Zazen dich zum echten Buddha. Du kannst es nicht selber tun, aber du darfst dich der Haltung anvertrauen. Zu dieser würdigen äusseren Haltung gesellt sich automatisch eine innere Haltung. Innere + äussere Haltung = Buddha.

Gyoriki


Es ist ….

 
Es ist ein nie endender Kreislauf von Vergehen (Herbst/Winter) und Entstehen (Frühling/Sommer)….
Vergehen/Entstehen lässt sich offenbar nicht so einfach separieren/unterscheiden…
Es ist komplexer, alles miteinander verwoben…
 
“Im Licht ist die Dunkelheit,
Doch haltet sie nicht für Dunkelheit.
In der Dunkelheit ist das Licht,
Doch betrachtet es nicht als Licht.
Licht und Dunkelheit sind Gegensätze“ aus dem Sandokai
 
Es ist etwas, das unabhängig, ausserhalb unserer Kontrolle passiert…
Es ist etwas, was auch passiert, wenn wir nicht mehr da sind….
Es zeigt, wieder ist ein Jahr vergangen, wieder ein Jahr weniger, um als Bodhisattva erfüllt von Gelübden die Welt/Wesen zu retten? (Also muss ich nochmal wieder kommen;-)
Es ist wieder Zeit mit den DREI Naikanfragen Rückschau zu halten:
Was habe ich alles erhalten?
Was habe ich alles wem gegeben?
Wem habe ich Schwierigkeiten bereitet?

Es ist eine heilige Zeit,… es ist ruhiger und stiller und oft dunkler als sonst..
Es ist die Zeit mit der Familie zu sein..
Es ist die Zeit von Stille und Frieden…
Es ist die Zeit, in der ich gerne draussen bin, das Licht, die Stimmung alles ist anders…
Es ist die Zeit, in der vor 2019 Jahren laut christlichem Glauben “ein Licht” in die Welt geboren wurde?

Wo, was, wie ist meinem Licht?
Produziere ich genug Energie, damit es nach aussen leuchten kann?