Sanko-ji: Der Weg der Alten – Modell für die Zukunft
Innerhalb der letzten zwei Jahre, im Rahmen eines grundlegenden Wandlungsprozesses, den die Corona Pandemie sicherlich gefördert hat, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass sich Sanko-ji dringend wandeln sollte, um mehr Menschen für den «Weg der Alten» zu interessieren. Denn wie ich schon in der Einleitung schrieb, der Buddhaweg könnte ein «Modell der Zukunft» sein, um die menschliche Spezies vor ihrer schleichenden Selbstvernichtung zu retten.
Nicht die Erde wird unbewohnbar, wie man oft liest, nur die menschliche Spezies wird in dieser Zahl und Art und Weise nicht mehr auf unserem Heimatplaneten leben können. Aus den verschiedensten bekannten Gründen (wie Überbevölkerung/ Ausbeutung/ Ausrottung von anderen Lebewesen, Verseuchung von Lebensgrundlagen etc.) machen wir den Planeten für uns selber unbewohnbar. Die Natur selber und damit das Leben wird sich einfach, wie sie das seit Milliarden Jahren tut, einfach anpassen und Neues hervorbringen. Doch wir Menschen können uns wahrscheinlich irgendwann nicht mehr an die Lebensbedingungen anpassen.
Einige wollen deshalb den Mond/ Mars, etc. besiedeln. Wie zynisch! Wenn jedoch möglichst viele Menschen den Buddha Weg gehen würden, so wie ihn die alten Patriarchen übermittelt haben, dann könnte dieser Prozess schnell gestoppt werden.
Die revolutionäre Erkenntnis: Der Buddha erkannte in der Nacht seiner Erleuchtung, dass es keine Zeit existiert, sondern nur der Augenblick in dem alle Lebewesen untrennbar miteinander verbunden leben. Wenn es keine Hierarchie der Lebewesen gibt, auch der Mensch ist kein höheres Lebewesen, alles miteinander verbunden ist, das Gegenüber = Ich ist und umgekehrt. Welchen Sinn oder Zweck sollte es haben, anderen Dinge weg zu nehmen, zu glauben das man Wichtiger oder Höher ist, mehr haben zu wollen als der andere, etc..
Unsere Gesellschaft (wir) ist, wie die Alten immer wieder mahnten, krank – vergiftet durch die drei Gifte (Gier, Hass und Ignoranz). «Der Weg der Alten» ist die Rückkehr zum Normalzustand, zum Urzustand. Zurückkehren/Heim kommen zum Verbunden sein, aufhören gegen uns selber zu kämpfen, wieder Eins werden/leer werden und damit glücklich und geheilt. Unser Bedürfnisse mehr zu sein und mehr zu haben als der andere sind gestillt. Wir nehmen nur das was notwendig ist und sind trotzdem glücklicher als im Entwicklungsstadium von Gier und Hass. Denn das kennt nur mehr, mehr und schneller.
Der Buddha Weg ist aber nicht nur die Praxis von Zazen, wie viele Menschen in Europa meinen. Ein richtiger «Zazenprofi» ist eine sehr gute, unersetzliche Basis für den «Weg der Alten», sagt Okumura Roshi. Aber diese Art von Zazenpraxis ist nur ein kleiner Teil des Buddhadharma.
Doch nur durch Zazen können wir die Welt nicht ändern. Der «Weg der Alten» zeigt auf, wie wir zusammen leben sollten. Uchiyma Roshi hat den Ausdruck «Zen – Religion des Alltags» geprägt. Wie können wir mit allen Lebewesen jederzeit friedlich zusammen leben. Zen ist eine Sache des Alltäglichen. Und deshalb übte Bodhidharma 24h Stunden am Tag Zazen. Aber natürlich sass er nicht Tag und Nacht vor der Wand. Es ist ein grosses Missverständnis, Zazen als ausschliessliches Sitzen zu verstehen.
Zazen ist in diesem Augenblick mit ganzen Herzen das zu leben und mit dem zu leben was gerade
ist.
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